«Dies könnte ihn die Präsidentschaft kosten»

Nach den verbalen Entgleisungen Donald Trump sind sich die Kommentatoren einig: Das kann ihm empfindlich schaden. So sieht das auch SRF-Korrespondent Peter Düggeli. Derweil liess der republikanische Präsidentschaftskandidat verlauten, dass er seine Kandidatur nie aufgeben werde.

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Fauxpas mit fatalen Folgen

1:34 min, aus Tagesschau vom 8.10.2016

«Das kann ihm sehr stark schaden und ihn in eine tödliche Spirale manövrieren, die ihn die Präsidentschaft kosten kann.» So lautet das Urteil von SRF-Korrespondent Peter Düggeli. Denn Donald Trump sei schon lange ganz klar hinter Hillary Clinton, und da brauche er ganz einfach mehr Wähler und nicht weniger.

«Und er bräuchte eben genau mehr weibliche und unabhängige Wähler», betont Düggeli weiter. Zumindest die weibliche Wählerschaft habe er nun eigentlich verspielt. «Ich sehe bei bestem Willen nicht, wie Trump auf die Siegesstrasse kommen könnte.»

Republikaner sind «not amused»

Trump verspielte aber auch den Rückhalt der Partei. So liess sich Trumps eigener Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence mit den Worten zitieren: «Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und die von Donald Trump beschriebenen Handlungen.» Er billige Trumps Äusserungen nicht und könne sie nicht verteidigen.

Abgeordnetenhaus-Chef Ryan sagte, Trumps Äusserungen auf dem Video hätten bei ihm Übelkeit erzeugt. «Ich hoffe, dass Herr Trump die Situation mit dem Ernst behandelt, die sie erfordert, und dass er daran arbeitet, dem Land zu demonstrieren, dass er grösseren Respekt vor Frauen hat als es dieser (Video-)Clip zeigt.»

Das Problem für viele Kongressabgeordnete sei, dass viele Republikaner selber auf dem Wahlzettel stehen und selber gewählt werden müssten, erklärt Düggeli weiter. «Die Partei von Abraham Lincoln fällt vier Wochen vor den Wahlen immer tiefer ins Chaos», so Düggeli.

Trump: «Ich gebe niemals auf»

Trotz des Skandals denkt Trump nicht an einen Rückzug aus dem Wahlkampf. «Es gibt null Chance, dass ich aufgebe», sagte der Republikaner dem «Wall Street Journal». «Ich gebe niemals, niemals auf (...). Die Unterstützung, die ich erfahre, ist unglaublich, denn Hillary Clinton ist eine Kandidatin mit schrecklich vielen Fehlern.»

Die Kritik an seinen Äusserungen konterte Trump weiter: «Geht hinter die verschlossenen Türen der Politiker und Experten, die so tun, als ob sie heilig seien, und schaut, was sie sagen. Dagegen sehe ich wie ein Baby aus.»

Clinton fünf Prozent vor Trump

Hillary Clinton führt in der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage mit fünf Prozentpunkten vor Donald Trump. Damit ist der Abstand zwischen der ehemaligen Aussenministerin und dem Geschäftsmann seit Anfang September faktisch gleich geblieben. Der neusten Umfrage zufolge würden gegenwärtig 43 Prozent der Wähler für Clinton und 38 Prozent für Trump stimmen.