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US-Wahlen Hat Trump 18 Jahre lang keine Bundessteuern bezahlt?

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat möglicherweise 18 Jahre lang keine Steuern gezahlt. Ein Teil seiner Steuererklärung von 1995 ist veröffentlicht worden. Sein Wahlkampf-Team argumentiert: Trump sei ein Geschäftsmann. Er zahle nicht mehr Steuern, als es legal nötig sei.

Legende: Video Trump hat ein Steuerproblem abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.10.2016.

Die «New York Times» hat Steuerdaten von US-Präsidentschafts-Kandidat Donald Trump veröffentlicht. Konkret geht es um drei Seiten, Link öffnet in einem neuen Fenster aus seiner Steuererklärung aus dem Jahr 1995. Trump macht darin einen Verlust von 916 Millionen Dollar geltend.

Die «New York Times» zeigt auf Ihrer Website die ihr zugespielten Seiten aus Trumps Steuererklärung.
Legende: Die «New York Times» zeigt auf Ihrer Website die ihr zugespielten Seiten aus Trumps Steuererklärung. NewYorkTimes , Link öffnet in einem neuen Fenster

Die «New York Times» hat den Teil der Steuererklärung von mehreren Steuerexperten analysieren lassen. Die Experten kommen laut der Zeitung dabei zum Schluss: Das Defizit habe es Trump ermöglicht, bis zu 18 Jahre lang keine Steuern an den Staat zahlen zu müssen.

Die Verluste von 1995 seien vor allem auf Trumps finanzielles Fiasko mit Casinos in der Ostküstenstadt Atlantic City und weiteren Debakeln im Hotel- und Fluggeschäft zurückzuführen.

Dokumente sind wohl authentisch

Beat Soltermann, SRF-Korrespondent in den USA, hält die von der «New York Times» veröffentlichten Steuerunterlagen für authentisch. «Die New York Times selbst hat den damaligen Steuerberater von Donald Trump in Florida ausfindig gemacht. Der heute 80-Jährige ist längst pensioniert. Dennoch hat er seine Unterschrift auf dem Steuerformular bestätigt und konnte sich auch sonst an die Steuererklärung von Donald Trump erinnern». Auch, dass Donald Trump selbst die Echtheit der Steuererklärung nicht bestreite, deute auf die Authentizität des Dokuments hin.

Tatsächlich wollte Donald Trump die Daten nicht kommentieren. Sein Wahlkampfteam erklärte lediglich, die Zeitung sei unrechtmässig ans Steuerpapier gekommen – und arbeite als verlängerter Arm seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton.

Mr. Trump ist ein sehr erfahrener Geschäftsmann, der treuhänderisch die Verantwortung für sein Geschäft, seine Familie und seine Angestellten trägt, nicht mehr Steuern zu zahlen, als es das Gesetz vorschreibt.
Autor: Wahlkampfteam Donald Trump

«Jemand hat mir Trumps Steuererklärung geschickt»

Die Kampagnen-Helfer weisen zudem darauf hin, Trump habe Hunderte Millionen Dollar an Grundsteuern, Umsatzsteuern, Immobiliensteuern sowie verschiedener anderer Steuern gezahlt und auch an gemeinnützige Einrichtungen gespendet.

USA-Korrespondent Beat Soltermann kann diese Argumentation nachvollziehen. «Was Trump tat, ist in den USA legal.» Ausserdem gehe aus dem veröffentlichten Steuerformular nicht hervor, wie viel Geld Donald Trump an wohltätige Zwecke gespendet habe. Dies, weil die New York Times nicht im Besitz der vollständigen Steuererklärung aus dem Jahre 1995 sei.

Trump will New York Times verklagen

Deshalb kündigte der Anwalt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten denn auch an, die New York Times verklagen zu wollen.

In den USA ist es üblich, dass Präsidentschaftskandidaten ihre Steuern veröffentlichen. Gesetzlich verpflichtet sind sie dazu nicht.

Clinton kam dem im August nach. Trump weigert sich bislang mit der Begründung, die Steuerbehörde habe die Überprüfung der Unterlagen noch nicht abgeschlossen.

«Smart for not paying taxes»

Trumps Steuermoral war auch Thema im ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton. Clinton sagte, Trump habe jahrelang keine Bundessteuern bezahlt. Dieser reagierte darauf mit dem Spruch: Weil er clever sei. («I'm smart»). Weitere «beste Sprüche» finden Sie hier.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Was für eine "dämliche" Aufregung hier im Forum.. Starbucks -Coffee zahlt auch keine Steuern bzw. in der CH gleich null... und die Shops sind deshalb nicht leerer.Verstehe ... es geht wieder hier nur um Personifizierung und nicht um Steuern. Ausserdem geht uns das gar nichts an.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Erstaunlich warum sich die europäischen Medien so für H. Clinton ins Zeug legen, als ob sie in einem europäischen Land zur Wahl stünde. Liegt wahrscheinlich daran, dass sie auch ein dauergrinsender Lobby-Apparatschik ist wie die gekauften EU-Bürokraten. Anzunehmen, dass die Amerikaner von B. Obama genauso die Schnauze voll haben wie z. B. die Deutschen von A. Merkel.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) D. Trump wird als eine Art Revolutionär angesehen, der eben nicht der Elite das Wort reden muss, da er selber genug Geld hat und deshalb authentisch rüberkommt. Deshalb könnte Trump gewinnen. Da können die europäischen Medien noch soviele Lobhudeleien über H. Clinton vom Stapel lassen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Er zahle nicht mehr Steuern, als es legal nötig sei. Dann ist es also legal, 18 Jahre Keine Steuern zu bezahlen? Naja.
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