US-Wahlkampf nähert sich der Gürtellinie

Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist die Wahrheit schon lange auf der Strecke geblieben. In beiden Lagern wird verdreht, übertrieben, zugespitzt. Der Republikaner Donald Trump hat Verschwörungstheorien zum Teil seiner Strategie gemacht. Seine Konkurrentin Hillary Clinton greift ihn jetzt frontal an.

Hillary Clinton und Donald Trump

Bildlegende: Immer schärfer wird die Auseinandersetzung zwischen den Präsidentschaftskandidaten Clinton und Trump. Reuters

Hillary Clinton? Todkrank. Mexikaner? Vergewaltiger. Und Obama? Ein Kenianer, gar kein Amerikaner. Hier eine Anspielung, da ein Gerücht. Donald Trump geht mit seinen Aussagen weiter, als viele Kandidaten vor ihm.

Donald Trump unterstütze längst widerlegte Verschwörungstheorien mit rassistischem Unterton, kritisiert Hillary Clinton. Sie wirft ihm zudem vor, gemeinsame Sache mit Rassisten, Rechtsextremen und dem Ku-Klux-Klan zu machen. Er lebe in einer alternativen Welt.

Verschwörungstheorien haben Konjunktur

Clinton listet eine Reihe von Beispielen auf und sagt dann: Jemand, der sich so von der Realität abgekoppelt habe, sollte nie verantwortlich sein für echte Entscheidungen.

Dass eine Präsidentschaftskandidatin sich genötigt fühlt, eine ganze Rede den Verschwörungstheorien des Gegners zu widmen, ist neu und zeigt, wie wild dieser Wahlkampf inzwischen ist. Es steckt aber auch politisches Kalkül dahinter.

Clinton unter Druck

Seit Trumps neues Wahlkampfteam am Ruder ist, kommt Clinton wegen ihrer E-Mails und der Clinton-Stiftung immer stärker unter Druck. Sie versucht das Thema zu wechseln.

Gleichzeitig will sie die Afroamerikaner und Hispanics an frühere Aussagen Trumps erinnern. Dieser umgarnt die beiden Wählergruppen in jüngster Zeit heftig, weil er weiss, dass er ganz ohne sie die Wahl kaum gewinnen kann.