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Nato-Treffen in Brüssel USA bitten Partner zur Kasse

Die USA wollen nicht länger die Hauptlast des Verteidigungsbündnisses übernehmen. Wird Europa seine Prioritäten ändern?

Legende: Audio «Neuer US-Verteidigungsminister erstmals an einem Nato-Treffen» abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
1:41 min, aus HeuteMorgen vom 15.02.2017.

Die westliche Verteidigungsallianz ist verunsichert, denn die bisherigen Botschaften aus Washington sind widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump hat die Nato sogar schon als «überflüssig» bezeichnet. Sein Verteidigungsminister James Mattis hingegen äussert sich positiv: «Länder mit Bündnispartnern sind erfolgreich, Länder ohne Partner nicht.»

Er sei für eine möglichst starke Nato, sagt Mattis. Doch ob Mattis' Wort in der neuen US-Regierung etwas gilt, ist offen.

USA wollen nicht allein zahlen

Klar ist ohnehin, dass auch Mattis wird beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel von den 26 europäischen Mitgliedern resolut höhere Verteidigungsausgaben verlangen wird. Sein Land will nicht länger allein die Hauptlast schultern.

Die Nato basiert auf der Verbindung zwischen Nordamerika und Europa.
Autor: Jens StoltenbergGeneralsekretär Nato

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kommt dem neuen US-Verteidigungsminister entgegen, schon bevor dieser seine Forderung überhaupt äussern konnte. «Eine faire Lastenteilung ist ein zentrales Thema des Ministertreffens», kündigt Stoltenberg an.

Priorität der Verteidigung

Zwar verstehe er, dass manche Regierung Budget- und Defizitprobleme habe. Doch am Ende gehe es darum, welche Priorität man der Verteidigung einräume. Stoltenberg mahnt die Zögernden und verweist darauf, dass immerhin einige Nato-Länder 2016 ihre Wehr-Etats nach Jahren der Kürzungen wieder angehoben hätten.

Und schon fast beschwörend erklärt Stoltenberg: «Die Nato basiert auf der Verbindung zwischen Nordamerika und Europa – in guten wie in schlechten Zeiten.» Das Ministertreffen soll nun zumindest etwas Klarheit bringen, ob man sich eher auf gute oder auf schlechte Zeiten einstellen muss.

16 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die Generalsekretäre des westlichen Militärbündnisses NATO (Jaap de Hoop Scheffer) und der Vereinten Nationen (UNO, Ban Ki-Moon) haben ein Abkommen am 23. September 2008 unterschrieben. In diesem Abkommen wird die Nato als Schutzmacht der Uno genannt. Damit hat die Uno leider viel an Glaubwürdigkeit verloren. Über dieses Abkommen wurde nur sehr spärlich kommuniziert...
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  • Kommentar von Meinrad Odermatt (Meinrad)
    Es ist ja nicht (mehr) so, dass die Europäer für ihre Sicherheit bezahlen. Diese Sicherheit wäre längst gegeben, denn Russland hat nun keinerlei Interesse in Europa einzumarschieren. Wozu auch. Kommunismus war einmal. Das Problem ist die geostrategische Doppelzüngigkeit der USA: Das Ziel der USA, eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland (Europa) und Russland unbedingt zu verhindern. Der böse Feind wird daher erfolgreich kultiviert. Dazu "George Friedman, Stratfor" googeln.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Ja was ich laengst gesagt habe, die EU und Angeschlossenen muessen endlich selber das Heft in die Hand nehmen und sich nicht auf so einen unsicheren Partner wie die USA und Tuerkei verlassen... werft Ballast ab und organisiert Euch NEU> ihr habt es leider verpasst, mit Putins Russland zu kooperieren.. denn Eines ist sicher, der Putin geht aber Russland wird bleiben.. mit einem abgestraften Mann kann man nicht kooperieren, das mit der Ukraine haette sich selbst erledigt.. facts sind facts
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