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International USA: Raketentest wegen Nordkorea-Krise verschoben

Angesichts der Spannungen mit Nordkorea haben die USA einen in Kalifornien geplanten Raketentest verschoben. Der eigentlich für kommende Woche angesetzte Start einer Interkontinentalrakete werde auf kommenden Monat verlegt, hiess es in Washington.

Eine Minuteman-3-Rakete in einem Silo, darum herum stehen Männer.
Legende: Kein Start: Die Minuteman-3-Rakete, die die USA testen wollten, bleibt im Silo. Reuters / Archiv

Es solle verhindert werden, dass der Test in der angespannten Lage von Nordkorea «missverstanden» werde, sagte der Ministeriumsvertreter. Die Verschiebung sei von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel angeordnet worden.

Eigentlich habe die ballistische Interkontinentalrakete vom Typ «Minuteman 3» in der kommenden Woche auf dem Vandenberg-Luftwaffenstützpunkt im US-Bundesstaat Kalifornien getestet werden sollen. Das werde auf den nächsten Monat verschoben.

Grund für die Entscheidung Hagels seien Befürchtungen, dass der Test «als Zeichen missverstanden werden könnte, dass wir die gegenwärtige Krise mit Nordkorea verschärfen wollen», sagte der Vertreter des Verteidigungsministeriums. «Wir wollen Fehlinterpretationen oder Manipulationen verhindern.»

Raketenstart Nordkoreas nicht ausgeschlossen

Washington schliesst dagegen einen erneuten Raketenstart der Nordkoreaner nicht aus. «Wir wären nicht überrascht, wenn wir eine solche Aktion sehen würden», sagte Regierungssprecher Jay Carney. Ein solcher Schritt würde zur kriegerischen Rhetorik des Regimes passen.

Nordkoreas Militär hatte nach südkoreanischen Angaben eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes verlegt. Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen.

USA erwägen Einsatz von Aufklärungsdrohne

Nach japanischen Berichten erwägt das US-Militär angesichts der angespannten Lage die Stationierung einer Aufklärungsdrohne in der Krisenregion. Der unbemannte Flugkörper vom Typ «Global Hawk», der in grosser Höhe operieren kann, solle auf einem US-Stützpunkt in Japan stationiert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Schon vor rund drei Wochen ordnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine Steigerung der Produktion von Artilleriegeschützen und Granaten an. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap geht dies aus einer am Samstag vom nordkoreanischen Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation hervor, die den Diktator Mitte März bei einem Treffen mit Arbeitern der Rüstungsindustrie zeige.

«Schneller und überraschender Schlag»

«Wenn erst der Krieg ausbricht, müssen wir die Schlüsselpositionen des feindlichen Militärs und die Regierungseinrichtungen mit einem schnellen und überraschenden Schlag zerstören», sagte Kim demnach.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als extrem gespannt. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt und den «Kriegszustand» im Verhältnis zu Südkorea ausgerufen. Seit den 1950er Jahren befinden sich die Nachbarn formell weiter im Krieg.

Legende: Video Nordkorea warnt Europäische Staaten abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.04.2013.

Diplomaten bleiben in Nordkorea

Trotz der Warnungen Nordkoreas vor möglichen Gefahren für ausländische Botschaften bleiben die Diplomaten und ihre Mitarbeiter vorerst in Pjöngjang.

Bislang habe kein Land Botschaftspersonal aus dem kommunistischen Land abgezogen, berichtete Yonhap am Samstag. Auch Deutschland belässt seine Diplomaten zunächst in Nordkorea.

Chinas Druck auf Nordkorea

Nach westlichen Staaten hat auch China die nordkoreanische Führung aufgefordert, die Sicherheit seiner Diplomaten voll zu gewährleisten. Die Führung in Pjöngjang müsse die Unversehrtheit der chinesischen Diplomaten, Bürger und Investitionen garantieren, so das Aussenministerium in Peking.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von O. Laube, Emmen
    Ich führe Krieg mit Strategie-spielen, der Berner-giele hat seine eigene Armee. Unter den Sanktionen leidet nur die Bevölkerung Nordkoreas. Kim mag noch jung sein, aber blöd ist er nicht. Wann merken die USA endlich, dass Machtdemonstrationen nur zu mehr Provokationen führen! N. Korea weiss, dass es keine Chance hat, also sollen doch die mächtigen USA das Zepter ergreifen und alles unternehmen, um eine weitere Eskalation zu verhindern! Es wären schliesslich S. Korea & Jap., die zuerst leid...
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Wenn Kim tatsächlich nicht so blöd ist und weiss, dass Nordkorea keine Chance hat - was auch ich glaube -, würde ich von Ihnen gern wissen, warum er nach Ihrer Meinung überhaupt mit den Provokationen begonnen hat. Noch vor wenigen Wochen hat er doch positiv reagiert, als die neugewählte Präsidentin Südkoreas eine Art Friedensangebot gemacht hat. Ich glaube nicht, dass er diese Machtdemonstration nötig hat, weil seine jetzige Position schon feststand, als sein Vater noch lebte.
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    2. Antwort von O. Laube, Emmen
      @ Juha Stump: Es kursieren mehrere Theorien für sein Handeln: Er müsse sich der militärischen Elite beweisen; Er fühle sich von den USA und S. Korea in die Enge gedrängt; Er wolle seinem hungernden Volk zeigen, dass er das Land beschützen könne und sein Volk führen könne; oder vielleicht ist es ein Klassischer Grund - Ablenkung von den Problemen im Innern. Ich bin kein Experte. Die genannten Theorien habe ich auf versch. Sendern gehort (CNN, BBC, AlJazeera, usw.). Was stimmt werden wir ...
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  • Kommentar von Kurt Wirz, Wilchingen
    China will eine Weltmacht sein. Dann soll China sich dieser Rolle jetzt auch würdig erweisen und dem durchgedrehten Nachbarn eine unmissverständliche Botschaft übermitteln. Sanktionen bestrafen nur das Volk. Der Machthaber hat immer zu essen. Direkter Einfluss ist noch immer das Instrument, welches am besten funktioniert. Nur muss irgendwann jemand am Morgen aufstehen und sich etwas Gescheites vornehmen. Also: Go ahead China. Nur Ihr könnt das noch kitten. Euer Ansehen würde stark profitier...
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie haben zwar Recht, doch diese Chance wurde schon vor Jahrzehnten verpasst. Als im Herbst 1950 die westlichen Truppen am Grenzfluss Jalu standen und der Krieg hätte beendet und Korea wiedervereinigt werden können, hatten Mao und sein Sprachrohr Tschu En-Lai nichts Gescheiteres zu tun, als sofort "brüderliche" Hilfe zu schicken, weil China angeblich bedroht wurde. Und heute? Der "kleine Bruder" ist so selbstständig, dass er sich auch von denen in Peking nichts mehr sagen lässt.
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    2. Antwort von A.Schweigler, ZH
      @ Stump nur leider hatte auch Mao nicht das sagen den Stalin hat die Order gegeben das sich China einmichen soll und hat gehofft das sich Amerika in Korea ausblutet. Heute so denke ich hat China die Macht Kompetenz und genügend druckmittel das ganze schnell zu beenden.
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    3. Antwort von O. Laube, Emmen
      @Stump: Zum Glück ist der "kleine Bruder" nicht so selbständig, wie Sie es behaupten: N. Korea erhält meines Wissens ca. 80% seines Rohöls von China & zudem ist es sein wichtigster Handelspartner. Ein grosser Teil der Nahrungsmittel Hilfe stammt vom Norden. Zudem ist Teil der N. Koreanischen Armee bzgl. Nahrungsmittel unterversorgt. Würde China nur geringe Sanktionen einführen (was ich zurzeit für unwahrscheinlich halte), würde N. Korea noch mehr ins Elend fallen.
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  • Kommentar von M.A. Jinnah, Bern
    Typisch! Die Testen so offt, dass man schon daraus eine sensation macht, wen die tests mal ausfallen. Wen ein land aus dem mittleren osten eine raketete testet, wird ihm gleich mit snaktiohnen gedroht. Ich bin mir nicht-mehr sicher ob hier erneut eine Krieg generiert wird, oder nicht.
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