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International USA sind «ausserordentlich enttäuscht»

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden erhält Asyl in Russland. In Washington kommt der Entscheid aus Moskau gar nicht gut an. Obama überlegt sich, ein geplantes Treffen mit Putin im September abzusagen.

Foto von Snowdens russischem Pass.
Legende: Snowden hat nun einen russischen Pass. Er ist ein Jahr gültig. Reuters

Präsident Obamas Sprecher Jay Carney war die Verärgerung anzusehen. Doch seine Worte wählte er wie immer mit Bedacht: Das Weisse Haus sei ausserordentlich enttäuscht, dass Russland den Asylantrag von Edward Snowden genehmigt habe, sagte er. Man habe bis zum Schluss gehofft, dass Snowden ausgeliefert werde, damit er in den USA vor ein Gericht gestellt werden könne. In seinem Heimatland ist Snowden wegen Geheimnisverrats angeklagt.

Obama erwägt Absage des Treffens mit Putin

Die neueste Wendung im Fall hat wohl Auswirkungen auf die sowieso schon angespannten russisch-amerikanischen Beziehungen. Präsidenten-Sprecher Carney fügte an, man werde evaluieren, ob ein im September geplantes Gipfeltreffen zwischen Obama und Putin jetzt noch Sinn mache.

Schärfer äusserten sich mehrere amerikanische Politiker zu dem Asylentscheid Moskaus. Die Genehmigung von Snowdens Antrag sei wie ein Messerstich in den Rücken der USA, sagte der demokratische Senator Chuck Schumer. Von einer schamlosen Handlung sprach der republikanische Senator John McCain. Er forderte Vergeltungsmassnahmen gegen Russland.

Ausspähprogramm sollen transparenter werden

Kein Zweifel: Der Ärger über Russland und Edward Snowden ist in Washington gross. Gleichzeitig jedoch wächst im Kongress auch der Unmut über die Ausspähprogramme, die Snowden enthüllt hat. Sie sollen angepasst oder wenigstens transparenter gemacht werden. Das fordern immer mehr Politikerinnen und Politiker. Präsident Barack Obama traf am Donnerstag einige von ihnen, um über mögliche Reformen der Ausspähprogramme zu reden. Über den Inhalt der Gespräche war nichts zu erfahren. Sie fanden hinter verschlossenen Türen statt.

snep;brut

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Sollen doch die USA ausserordendlich enttäuscht sein, obwohl dies abzusehen war, und deshalb eher regulär enttäuscht sein sollten. Für das, was die USA seit 9/11 sich Welt weit leistet, muss ich klar sagen, dass Russland das richtige gemacht hatte... Ich Perönlich finde es gut, dass es leute wie Snowden gibt, die sachen an das Tageslicht bringen, welche uns alle betreffen, und deutlich gegen unsere Privatsphäre geht...
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Fuer das, was die USA sich in der ganzen Welt geleistet hatte, ist das verhalten absolut inakzeptabel und kindisch. Die USA macht sich nur selbst laecherlich...
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    1. Antwort von Gilbert Anderson, Wil
      Was währe die Welt ohne die USA? Nur wer etwas versucht zu verbessern kann Fehler machen! Ich erinnere sie gerne an die Befreiung von Europa. Aber ich weiss, das hat man längst vergessen.
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      @G.Anderson/Fehler dürfen gemacht werden.Sie entstehen"automatisch"sobald etwas getan wird.Ein"Lernprozess".Weniger erfreulich ist,wenn dem"Rest der Welt"die"eigenen Wertvorstellungen und Glaubenssätze"aufgezwungen werden sollen.Zeugt von Lieblosigkeit.Wenn man sich schon selbst"Fehler"zugesteht,so sollten sie auch allen anderen zugestanden werden.Auch sie wollen"lernen".Punkto"Befreiung"müssten alle Details der Geschichte allen bekannt sein und offen gelegt werden,auch die unangenehmen.
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    3. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      @G.Anderson: Die USA von damals haben mit den USA von heute ungefähr so viel gemeinsam wie der Papst mit einem Atheisten. Der Vietnam-Krieg und vor allem 9/11 haben dieses Land nachhaltig verändert, die Werte von damals werden heute von den Politikern mit Füssen getreten. Die USA sind das Symbol für Ausbeutung und Intoleranz geworden, leider.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Was ist ein USA? Kann man das herunterladen? Immer diese Begriffe aus der Vergangenheit!
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