USA sind zu Bodeneinsätzen in Syrien und Irak bereit

Die USA passen ihre Strategie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat an. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat angekündigt, dass die amerikanischen Militärberater in Irak und Syrien häufiger Kampftruppen am Boden unterstützen würden.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter.

Bildlegende: «Wir werden Partner bei Angriffen auf den IS unterstützen», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Keystone

Das US-Verteidigungsministerium will sich in Irak und Syrien künftig auf «Ramadi, Raqqa and raids» konzentrieren. Das heisst: Ramadi in Irak und Rakka in Syrien, beides Hochburgen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), werden verstärkt bombardiert.

Und zum Stichwort «raids» (Angriffe) sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter in einem Hearing vor einem Senatsausschuss: «Wir werden Partner bei Angriffen auf den IS unterstützen, mit Luftangriffen oder auch durch direkte Aktionen auf dem Boden.»


US-Bodeneinsätze gegen IS

1:53 min, aus HeuteMorgen vom 28.10.2015

Carter verwies auf die Befreiung von 70 Geiseln des IS letzte Woche. Dabei kam ein US-Soldat ums Leben. Die Befreiungsaktion wurde von kurdischen Einheiten durchgeführt, unterstützt von US-Militärs. Solche Einsätze sollen gemäss Carter häufiger werden.

Lokale Kampftruppen unterstützen

Damit signalisiert das Verteidigungsministerium, dass die über 3500 amerikanischen Militärberater, die in Irak und Syrien im Einsatz stehen, vermehrt ihre Basen verlassen und lokale Kampftruppen unterstützen werden.

Soldaten sitzen in einer Halle auf Stühlen, vor ihnen spricht ein zivil gekleideter Mann.

Bildlegende: US-Verteidigungsminister Ashton Carter spricht zu US-Soldaten in Irak. Reuters

Linda Robinson, Militärexpertin beim Thinktank Rand Foundation, findet das sinnvoll. Die bisherige Strategie gegen den IS sei wenig erfolgreich gewesen. «Um etwas zu bewirken, müssen die US-Militärberater besser verteilt sein und näher an die Front gehen.»

In den Kriegssumpf rutschen?

US-Präsident Barack Obama muss diese Strategieänderung noch bewilligen. Diese Entscheidung wird bald erwartet. Die Entwicklungen bestätigen derweil Kritiker in ihrer Furcht, die USA könnten immer tiefer in den Kriegssumpf hineinrutschen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • «Sie haben Streubomben über uns abgeworfen»

    Aus Tagesschau vom 27.10.2015

    Die Kämpfe in Syrien haben wieder zugenommen – vor allem um die Stadt Aleppo im Norden. Von dort berichtet aktuell auch Kriegsreporter Kurt Pelda.

  • Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Syrien-Krise

    Aus Tagesschau vom 23.10.2015

    In Wien suchen die Aussenminister der USA, Russlands, der Türkei und Saudi-Arabiens nach einem Ausweg aus der Syrien-Krise. Einschätzungen von Nahost-Korrespondent Pascal Nufer.

  • Luftaufnahme eines russischen Bombenangriffs auf ein Munitionsdepot in der Provinz Latakia, Syrien.

    «Russlands Syrien-Intervention stärkt Assad signifikant»

    Aus Rendez-vous vom 15.10.2015

    Vielerorts ist zu lesen, dass es sich beim Krieg in Syrien um einen Stellvertreterkrieg handelt. Die Entwicklung verschlimmere nicht nur die humanitäre Lage, sondern untergrabe politische Lösungen.

    Was ist in Syrien militärisch in Bewegung gekommen, seit Russland mit Kampfjets und Raketen mitmischt? Gespräch mit dem Militärstrategen Mauro Mantovani von der ETH Zürich.

    Brigitte Kramer