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International USA sind zu Bodeneinsätzen in Syrien und Irak bereit

Die USA passen ihre Strategie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat an. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat angekündigt, dass die amerikanischen Militärberater in Irak und Syrien häufiger Kampftruppen am Boden unterstützen würden.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter.
Legende: «Wir werden Partner bei Angriffen auf den IS unterstützen», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Keystone

Das US-Verteidigungsministerium will sich in Irak und Syrien künftig auf «Ramadi, Raqqa and raids» konzentrieren. Das heisst: Ramadi in Irak und Rakka in Syrien, beides Hochburgen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), werden verstärkt bombardiert.

Und zum Stichwort «raids» (Angriffe) sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter in einem Hearing vor einem Senatsausschuss: «Wir werden Partner bei Angriffen auf den IS unterstützen, mit Luftangriffen oder auch durch direkte Aktionen auf dem Boden.»

Carter verwies auf die Befreiung von 70 Geiseln des IS letzte Woche. Dabei kam ein US-Soldat ums Leben. Die Befreiungsaktion wurde von kurdischen Einheiten durchgeführt, unterstützt von US-Militärs. Solche Einsätze sollen gemäss Carter häufiger werden.

Lokale Kampftruppen unterstützen

Damit signalisiert das Verteidigungsministerium, dass die über 3500 amerikanischen Militärberater, die in Irak und Syrien im Einsatz stehen, vermehrt ihre Basen verlassen und lokale Kampftruppen unterstützen werden.

Soldaten sitzen in einer Halle auf Stühlen, vor ihnen spricht ein zivil gekleideter Mann.
Legende: US-Verteidigungsminister Ashton Carter spricht zu US-Soldaten in Irak. Reuters

Linda Robinson, Militärexpertin beim Thinktank Rand Foundation, findet das sinnvoll. Die bisherige Strategie gegen den IS sei wenig erfolgreich gewesen. «Um etwas zu bewirken, müssen die US-Militärberater besser verteilt sein und näher an die Front gehen.»

In den Kriegssumpf rutschen?

US-Präsident Barack Obama muss diese Strategieänderung noch bewilligen. Diese Entscheidung wird bald erwartet. Die Entwicklungen bestätigen derweil Kritiker in ihrer Furcht, die USA könnten immer tiefer in den Kriegssumpf hineinrutschen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von peter weber (Schamane)
    Es gibt da immer noch viele Leute mit demokratischem Denken, die glauben, dass Politik gerecht sein müsste. Vergesst es. Alles ist Machtpolitik. Russland, Iran, Syrien und China gegen USA, Israel, Europa und Saudi-Arabien wäre ein denkbares Szenario. IS, Assad und Kurden sind allenfalls Spielfiguren...
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Nicht nachvollziehbar, wie man dazu kommt, im Folterknecht Assad, bar einer demokratischen Legitimation, eine Figur des Völkerrechts zu sehen. Sicher das tun Putin und die iranischen Ayatollahs, obwohl gerade Putin alles andere tut, siehe Ukraine-Krieg, Menschenrechte, als mit dem Völkerrecht unter dem Arm herumzulaufen. Das zieht er nur hervor, wenn es seinem Großmachtanspruch in den Kram passt. Das Kriegsziel sollte sein, den IS zurückzudrängen, aber Putin bekämpft nur die Gegner Assads.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Assad hat auch im Auftrag der USA gefoltert. Die Liste von Folterstaaten in Diensten der USA ist prominent besetzt (PL, DE, KSA etc.) Und das teilweise schon seit JZ'en und global verteilt. Aber die USA foltern ja stets für mehr Demokratie. Die Partner Syriens bekämpfen alle Gegner. Es ist auch sehr schwierig, nicht gerade aktuelle "Freunde" der Friedensstifter zu treffen. Die USA wechseln ja Freunde und Gegner wie Unterwäsche aus. Da verlieren sicher auch US-Militärs öfters die Übersicht.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Nun wird es wiklich heiss. Da die USA ja die, von den Russen gemeinsam mit den Assad-Truppen auch bekämpften, Gegner des ASSAD-Regimes zu ihren Verbündeten zählen, rückt der Moment näher an dem die Russen auch US-Truppen bombardieren könnten. Gehen die USA dieses Risiko bewusst ein? Wenn ja, wäre es ein weiterer Beweis für die, wieder einmal, kurzsichtige Stategie der USA in internationalen Konfliktsituationen. Wenn sie sich nun auch noch mit China anlegen ist alles möglich.
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