USA suchen Chinas Hilfe zu Nordkorea

Holt der neue US-Aussenminister John Kerry die Chinesen ins Boot? Bei seinem Besuch in Peking warb der oberste US-Diplomat bei der chinesischen Führung um Unterstützung in der Korea-Krise. Beide Seiten wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Was das konkret heisst, blieb allerdings offen.

US-Aussenminister Kerry mit seinem Amtskollegen Wang Xi in Peking

Bildlegende: Weitere Gespräche vereinbart: US-Aussenminister Kerry (li) mit seinem Amtskollegen Wang Xi (re) in Peking. Reuters

China und die USA wollen gemeinsam nach Wegen suchen, um die Korea-Krise zu entschärfen. Beide Seiten vereinbarten bei einem Besuch des amerikanischen Aussenministers John Kerry in Peking weitere Gespräche.

Konkrete Beschlüsse, wie auf die Provokationen der nordkoreanischen Führung zu reagieren sei, gibt es bislang allerdings nicht. Vorerst blieb es zumindest nach aussen hin bei Lippenbekenntnissen.

Sich mit dem «nuklearen Problem in Korea» zu beschäftigen, sei im Interesse aller Seiten, sagte der frühere chinesische Aussenminister Yang Yiechi. Kerry fügte hinzu, die USA und China müssten zusammenarbeiten, um «eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu erreichen». 

Kerry hatte sich in Peking auch mit Staatschef Xi Jinping und seinem Amtskollegen, Aussenminister Wang Yi, getroffen. Yi gilt als ausgewiesener Nordkorea-Experte. Er war zeitweise Chinas Chefunterhändlerbei den Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm.

China ist Nordkoreas einziger Partner

Die USA und China gelten als zentrale Figuren in dem Konflikt. China ist der einzig verbliebene Verbündete des Regimes in Pjöngjang. Bislang hat es den Druck nicht merklich erhöht. China fürchtet vor allem, dass sich die Lage in dem abgeschotteten Land weiter verschlechtert, dass die Regierung zusammenbricht und Flüchtlinge in Scharen über die gemeinsame Grenze strömen. 

Immerhin hat die Pekinger Regierung zuletzt den Ton leicht verändert. So hatte Präsident Xi kürzlich gewarnt, keinem Land sei es erlaubt, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen.

Auch die USA spielen in dem Konflikt eine wichtige Rolle. Die jüngsten Drohungen der nordkoreanischen Führung richten sich direkt gegen sie. Die USA haben darauf mit der Entsendung von Kriegsgerät nach Ostasien und Kriegsmanövern mit Südkorea reagiert – Entscheide, mit denen vor allem die Chinesen nicht glücklich sind. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua warf Washington vor, den Konflikt damit noch anzuheizen.

Die Lage in der Region gilt nach dem dritten Atomtest durch Nordkorea im Februar als angespannt. Nachdem die UNO – mit Chinas Zustimmung – ihre Sanktionen ausweitete, hatte Pjöngjang den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt, den USA mit einem präventiven Atomschlag gedroht und im Verhältnis zu Südkorea den «Kriegszustand» ausgerufen. 

Flugblatt-Aktion gestoppt

Die südkoreanische Polizei hat eine Propaganda-Flugblattaktion gegen Nordkorea gestoppt. Mitglieder der Gruppe «Kämpfer für ein Freies Nordkorea» hätten in der nordwestlichen Stadt Kimpo regimekritische Flugblätter mit Ballons über die Grenze schicken wollen. Das Fahrzeug der Gruppe sei noch vor Aktion-Beginn zur Polizeistation geschleppt worden.