USA und Kuba auch über den Himmel wieder verbunden

Die USA und Kuba haben die Wiederaufnahme des Linienflugverkehrs zwischen ihren Ländern vereinbart. Damit können US-Fluggesellschaften im Internet nun Flüge auf die Karibikinsel anbieten.

Büro von Havana Air in Miami mit Flugzeugmodell vor dem Gebäude

Bildlegende: Linienflüge zwischen den USA und Kuba sollen wieder zur Normalität werden. Noch darf aber längst nicht jeder mit. Reuters

Die USA und Kuba gehen zu einem geregelten Luftverkehr über. Das teilten beide Länder mit. Das Verbot für allgemeine touristischen Reisen von US-Bürgern nach Kuba wird jedoch nicht aufgehoben.

Auswahlkriterien für die Passagiere

Reisende müssen mindestens eine von zwölf Kriterien erfüllen, um einen Flug buchen zu können. Das US-Verbot für allgemein-touristische Reisen nach Kuba wird jedoch nicht aufgehoben. US-Reisende müssen mindestens eine von zwölf
Kriterien erfüllen, um einen Flug buchen zu können. Dazu gehört etwa eine kubanische Abstammung, die Teilnahme an einer Bildungsreise oder eine journalistische Tätigkeit.

Flüge zwischen dem sozialistischen Karibikstaat und den USA sind zur Zeit nur mit Chartermaschinen oder über Drittländer möglich. Dennoch bewerten US-Behörden das Abkommen «als wichtigen Bestandteil» in der Politik von Präsident Barack Obama gegenüber Kuba.

Wirtschaftsembargo bleibt bestehen

Die Erhöhung der Anzahl «bewilligter Reisen» führe zu einem grösseren Angebot an Reisemöglichkeiten und verstärke die Beziehungen zwischen der Bevölkerung der beiden Ländern.

Mit der Einigung auf einen geregelten Luftverkehr vollzieht sich einer der vielen Schritte in der Annäherung zwischen Kuba und den USA. Anstoss hierfür war die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im Juli. Ein zentraler Schritt steht allerdings noch bevor: Die Aufhebung des Wirtschaftsembargos seitens der USA.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • «Wenn wir nicht mitreden, haben wir auch nichts zu sagen», meint Jeffrey DeLaurentis, US-Botschafter in Havanna, links im Bild; rechts Marcelino Medina, Kubas interimistischer Aussenminister.

    «Diplomatische Beziehungen sind kein Geschenk»

    Aus Echo der Zeit vom 17.12.2015

    Vor einem Jahr kündigten US-Präsident Barack Obama und der kubanische Präsident Raúl Castro nach 50 Jahren Feindschaft die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen ihrer Länder an.

    Gespräch mit US-Spitzendiplomat Jeffrey DeLaurentis - er spielte bei dieser Annäherung eine zentrale Rolle und ist nun Botschafter der USA in Havanna.

    Roman Fillinger

  • «Als ich vor 16 Jahren angefangen habe, waren 95 Prozent der Coiffeure staatlich angestellt, fünf Prozent selbständig. Inzwischen ist es gerade umgekehrt, sagt «Papito» Gilberto Valladares.

    Kuba - ökonomischer Erfolg allein ist nicht genug

    Aus Rendez-vous vom 17.12.2015

    Kuba erlebt seit der Öffnung vor einem Jahr spürbare Veränderungen - auch in der Wirtschaft. Unter dem Druck der Krise hat die kubanische Regierung privaten Unternehmen zwar bereits seit einigen Jahren mehr Freiheiten zugestanden.

    Der Coiffeur Gilberto Valladares in Havanna erzählt von den Schwierigkeiten, mit denen ein Selbständiger trotzdem noch zu kämpfen hat.

    Roman Fillinger