Zum Inhalt springen

International USA wollen Drohnenstützpunkt in Afrika

Die USA wollen islamistische Extremisten und Al-Kaida-Ableger in Afrika besser kontrollieren können. Zu diesem Zweck plant das Verteidigungsministerium einen Drohnenstützpunkt Nordwestafrika.

Legende: Video «Schneller Vormarsch gegen Islamisten in Mali.» abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.01.2013.

Noch halten sich die USA aus dem Konflikt in Mali heraus. Das könnte sich aber bald ändern. Das Verteidigungsministerium erwägt offenbar den Einsatz von ferngesteuerten Überwachungsdrohnen im Krisengebiet von Mali. SRF-Korrespondent Fredy Gsteiger sagt: «Es ist sehr schwierig, menschliche Spione einzuschleusen in diese engmaschigen Islamistengruppen.»

Im Visier der vorerst unbewaffneten US-Operation aus der Luft sind Gruppen des Terrornetzwerkes Al-Kaida sowie islamistische Extremisten. Das berichtete die Tageszeitung «New York Times» am Montag.

Zu den möglichen Standorten zählten Regierungsmitarbeiter das im Osten an Mali grenzende Niger sowie das südlich von Mali gelegene Burkina Faso. Die Drohnen könnten so schnell wie möglich die von Frankreich geführte Mission in Mali unterstützen, hiess es. «Die Drohnen könnten Informationen beschaffen und in einem weiteren Schritt auch gezielt Terroristen töten», sagt Gsteiger.
 

Die einzige ständige Militärbasis der USA in Afrika liegt in Dschibuti, weit im Osten des Kontinents. Vertreter des Militärs bestätigten auch dem Fernsehsender Fox News entsprechende Pläne und Niger als Standort. Allerdings befinde sich der Stützpunkt noch in der Planungsphase. Weder das Pentagon noch das Weisse Haus oder die Regierung in Niger hätten die Pläne bestätigt.

IWF und Japan sichern Mali Millionen zu

Nebst technischer Hilfe aus der Luft ist auch finanzielle Unterstützung in Sicht. Japan kündigte an, das westafrikanische Land und andere Staaten der Sahel-Zone mit zusätzlich 120 Millionen Dollar zu unterstützen.

Das Geld solle helfen, die Region zu stabilisieren und die Sicherheit zu verbessern, erklärte der japanische Aussenminister Fumio Kishida. Unter anderem sei es zur Finanzierung von Friedenseinsätzen gedacht.

Der IWF seinerseits gewährte Mali einen Kredit von 18,4 Millionen Dollar. Dieser solle dem Land erlauben, sich von der Rezession zu erholen und die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen.

Nur ein Tropfen auf den heissen Stein

Doch diese erste Finanzspritze ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Benötigt würden für den Militäreinsatz der Allianz 950 Millionen Dollar. Dies sagte der Präsident der Elfenbeinküste und Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, Alassane Ouatarra, bei der Eröffnung einer Geberkonferenz für das Krisenland in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

10'000 Soldaten würden benötigt, um das riesige Land aus der Hand von islamistischen Extremisten zu befreien – weit mehr als die ursprünglich geplanten 3300, fügte er hinzu.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von H. Girschweiler, 9500 Wil SG
    ..und wieder das alte Lied. Es wird von Herrn Toneatti wieder alles vermischt, wie es eben passt. Mali hat mehrmals Frankreich um Hilfe ersucht. Das Volk jubelt und ist froh. Wie erklären Sie das mit ihrem traurigen US-Bashing? Und noch etwas: Jemand wird früher oder später die Bodenschätze ausbeuten. Es besteht immerhin die Möglichkeit, das IWF und die UNO sehen, dass die Gelder wenigstens teilweise zur Hebung des Wohlstandes Malis verwendet wird. Sie kennen den Magreb nicht - ich schon.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Girschweiler, 9500 Wil SG
    An O. Toneatti, finden Sie Ihren Kommentar zielführend und meinungsbildend? Hätte man Mali und später sicher auch Niger den Islamisten überlassen sollen und wenn nicht, was wäre Ihrer Meinung nach das Mittel gegen die Ableger der Al-Kahida im Maghreb? Ich sage klar: Logistische Unterstützung an FR und ECOWAS. ECOWAS ist alleine überfordert, aber willens Verantwortung zu übernehmen und kann das auch mit den Truppen, welche die lokalen Verhältnisse kennen UND mit Einbezug der Tuaregs!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von O. Toneatti, Bern
      H. Girschweiler. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die westlichen Staaten sich nur in fremde Händel einmischen, wenn in diesen geschundenen Staaten etwas zu holen ist? In Mali, Niger und anderswo sind Uran und andere Bodenschätze vorhanden. Haben Sie bereits vergessen, dass der Krieg im Irak mit fadenscheinigen Gründen nur wegen des Erdöls dort von den Amis angezettelt wurde? Dem Iran droht das gleiche Schicksal. Gefällt Ihnen, dass der Westen solche Staaten systematisch ausplündert...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Die friedenliebenden Amerikaner errichten überall auf der Welt ihre Militär-Stützpunkte und beherrschen von dort aus die ganze Welt. Auch wenn sie in diesen fremden Ländern nichts verloren haben. Es lebe hoch die Freiheit nach amerikanischem Vorbild.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen