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International «Väterchen» klammert sich an die Macht

Seit 21 Jahren hält Alexander Lukaschenko die Zügel Weissrusslands straff in seinen Händen. Loslassen will der Mann, der sich selbst als «Europas letzten Diktator» bezeichnet, noch lange nicht. Gleichwohl: Einen möglichen Nachfolger sieht der Dauerherrscher – dieser ist allerdings noch minderjährig.

An seiner Ideologie lässt Staatschef Alexander Lukaschenko keinen Zweifel. Demokratie nach westlichem Muster findet er «ekelerregend», Regimegegner klagen über Repressionen mit stalinistischen Methoden.

Auch deshalb steht der hochgewachsene 61-Jährige mit dem markanten Schnauz auf einer schwarzen EU-Liste und darf wie zahlreiche Staatsbedienstete nicht in den Westen reisen.

Legende: Video «Lukaschenko kurz vor der Wiederwahl» abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.10.2015.

Ein ständiges Lavieren

Umso engere Bande pflegt Lukaschenko wirtschaftlich und militärisch nach Russland – auch wenn er sich in jüngster Zeit immer wieder von Wladimir Putin abgrenzte. Mit billigem Gas und Öl aus dem «Bruderland» sichert sich der am 30. August 1954 geborene frühere Leiter einer Sowchose (Agrargrossbetrieb) die Sympathien der verarmten Landbevölkerung.

Unter der Last einer tiefen Wirtschaftskrise laviert Lukaschenko zwischen Loyalität zu Moskau und Annäherung an den Westen. Die Entlassung politischer Häftlinge vor der Wahl werten Beobachter als Zugeständnis an den Westen. Zugleich erteilte Lukaschenko Moskauer Plänen für einen russischen Luftwaffenstützpunkt in Weissrussland eine Absage. Im Falle eines Angriffs werde er keinen Millimeter seines Landes preisgeben, machte er kürzlich deutlich.

Der liebende Vater

In der Öffentlichkeit zeigt sich Lukaschenko – vom Volk auch «Batka» (Väterchen) genannt – immer öfter auch als fürsorglicher Papa mit seinem ausserehelichen Sohn Nikolai, genannt Kolja. Kritiker halten dem Staatschef vor, den Elfjährigen bereits als möglichen Nachfolger aufzubauen. Mit Ausnahme von Monarchen ist in Europa kein Staatsoberhaupt so lange an der Macht wie Lukaschenko.

2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wo immer möglich, mischt sich die Schweiz, die EU und USA in fremde Angelegenheiten. Das geht uns doch nichts an, wie dieses Land geführt wird. Jedenfalls werden hier keine Menschen umgebracht, wie dies wegen der USA, EU und deshalb auch wegen der Schweiz an sehr vielen Orten auf der Welt geschieht. Der Westen muss endlich aufhören mit dem Grössenwahn, zu glauben dass seine Lebensweise die einzig richtige sei. Wenn wir nicht bald aufhören damit, wird uns der Krieg nicht mehr lange verschonen.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Er möge in den Machthungerstreik treten.
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