Vatikan klagt Journalisten wegen Büchern an

Ein Richter im Vatikan hat im Zuge der kürzlich erschienen Bücher über Korruption und Verschwendung fünf Personen angeklagt. Darunter Journalisten und Vatikan-Mitglieder. Den Angeklagten drohen vier bis acht Jahre Haft.

Mönch und sein Schatten auf einem Platz

Bildlegende: Lange Schatten der Justiz im Vatikan. Reuters

Zwei Mitglieder der päpstlichen Reformkommission und ein Assistent wurden der Weitergabe von vertraulichen Vatikan-internen Dokumenten angeklagt. Zwei Journalisten wird vorgeworfen, sie hätten Druck ausgeübt, um die Informationen zu erhalten. Die drei Vatikan-Insider werden zusätzlich der Bildung einer «kriminellen Organisation» angeklagt.

Die beiden Journalisten hatten diesen Monat Bücher publiziert, die mit den Berichten über den Umgang mit Geld im Vatikan für Aufruhr gesorgt hatten.
Auf Twitter schrieb der eine Journalist, Gianluigi Nuzzi: «Ihr könnt machen, was ihr wollt, aber solange die Welt existiert, wird es Journalisten geben, die unbequeme Nachrichten berichten.»

Der Vatikan verfügt als souveräner Staat über eine eigene Justiz. Laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa drohen den Angeklagten vier bis acht Jahre Haft. Der Prozess soll am Dienstag beginnen und soll für die Presse zugänglich sein.