Venezuela reicht dem «obersten Teufel» Obama die Hand

Die venezolanische Regierung hat sich zu einer Annäherung an die USA bereit erklärt. Zuvor hatte der neue Staatschef Maduro Obama noch schwer beleidigt.

«Wir werden einer Normalisierung der Beziehungen zu den USA weiter offen gegenüberstehen», sagte der venezolanische Aussenminister Elías Jaua am Fernsehen. «Der erste Schritt wäre, die höchste Stufe der diplomatischen Vertretungen wieder einzurichten.» Seit 2010 haben Venezuela und die USA keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land.

Umstrittener Wahlsieg des Chavez-Nachfolgers

Jauas' Vorstoss kommt zwei Wochen nach einer heftigen verbalen Attacke des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro auf US-Präsident Barack Obama. Maduro hatte Obama als «obersten aller Teufel» bezeichnet, der «dreistes Zeug» rede und einen Angriff der «faschistischen Rechten auf Venezuelas Demokratie» unterstütze.

Maduro.

Bildlegende: Nach umstrittenem Wahlsieg und Beleidigungen gen Norden schickt Maduro nun seinen Minister vor. Keystone

Hintergrund waren die öffentlich geäusserten Zweifel Obamas an der Rechtmässigkeit des äusserst knappen Siegs Maduros bei der Präsidentschaftswahl im April. Bis heute hat Obama Maduro nicht gratuliert.
 
Schon Maduros Amtsvorgänger Hugo Chávez hatte mehr als ein Jahrzehnt lang die USA immer wieder scharf attackiert. Trotz der diplomatischen Spannungen pflegen beide Länder Handelsbeziehungen.