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International Venezuela starr wie das Kaninchen vor der Schlange

Der extrem tiefe Ölpreis bringt den Ölstaat Venezuela in eine schwierige Lage. Deshalb wurde erwartet, dass Präsident Nicolás Maduro in seiner Jahresbotschaft Massnahmen gegen die Krise vorstellt. Doch der Linkspopulist wurde nicht konkret.

Nicolás Maduro mit Schärpe und Kette am Rednerpult im Parlament in Caracas.
Legende: Nicolás Maduro reitet Venezuela möglicherweise in eine Hyperinflation hinein. Keystone

Der Preis für ein Fass venezolanisches Erdöl ist diese Woche auf 38 Dollar gefallen. Eine schwere Rezession zieht auf, der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Wirtschaftsleistung um sieben Prozent schrumpfen. Die Ratingagenturen haben venezolanische Anleihen jüngst auf Ramschniveau herabgestuft, weil sie von einem baldigen Zahlungsausfall ausgehen.

Für Nicolás Maduro sind allerdings nicht Misswirtschaft und Korruption an der Krise Schuld. Sondern die USA, die den Weltmarkt mit Schieferöl überschwemmten. All dem, was Fachleute als dringend erachten, ist Maduro vorerst ausgewichen. Dazu gehören zum Beispiel eine Währungsabwertung oder eine Benzinpreiserhöhung.

Maduro: «Gestrichen wird nichts»

An den staatlichen Devisenkontrollen ändert sich somit nichts, am Wechselkursregime nur wenig. So wird der Krise schwerlich beizukommen sein. Und trotzdem will der Chávez-Nachfolger die Sozialausgaben noch kräftiger erhöhen, wie er bei seiner Rede zur Lage der Nation ankündigte.

Die Sozialinvestitionen des Staates müssten erneut 70 Prozent der Öleinnahmen erreichen; gestrichen werde nichts, sagte Maduro. So wird Venezuela immer stärker die Notenpresse bemühen müssen. Viele sehen den Staat auf eine Hyperinflation zusteuern.

Die Wirtschaftskrise weitet sich damit auch immer stärker zu einer politischen Krise aus – mit Maduro im Mittelpunkt. In der eigenen sozialistischen Partei und offenbar auch in der Armee ist der venezolanische Präsident mehr und mehr umstritten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Wenn dann die amerikafeindliche Regierung mit dem Öldumping erdrosselt am Boden liegt, dann können endlich die schon lange wartenden westfreundlichen Oligarchen das Ruder an sich reissen und die Quellen an die USA verschachern. Die spanische Mentalität, sich auf Südamerikanischem Boden unter Gottes Willen alles anzueignen tun heute die Amerikaner mit der gleichen Selbstverständlichkeit. Sie nutzen die Waffen, die ihnen zur Verfügung stehen.
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    1. Antwort von Urs Sahli, Rubigen
      H. Weiler, St.Gallen, Sie müssen ein unverbesserlicher Ami Feind sein. Für alles was auf der Welt passiert, sind die Amis schuld. Auch ich billige nicht alles, was die Amis machen und kann nicht alles gutheissen. Aber haben Sie sich auch schon mal überlegt, wo wir heute stehen würden, hätten die Amis im Weltkrieg 2 nicht für uns den Kopf hingehalten. Was sie eigentlich gar nicht hätten tun müssen?
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    2. Antwort von RudolfSchaer, Brasilien
      Herr Weiler. Das Oeldumping kommt nicht von den Amis das kommt von den Saudis. Auch die Problem in Venezuela kommen nicht von den Amis. Die sind absolut selbst gemacht.
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    3. Antwort von Hans Weiler, St. Gallen
      @Sahli Es hat eigentlich nichts mit dem amerikanischen Volk als solches zu tun, sonder mit der zeitgenössischen Weltelite, deren Macht nun einmal von Washington ausgeht. Dahinter stehen globale Hegemonialinteressen, die übrigens bereits in den vorangegangenen Weltkriegen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Zwar wollen die Amis als Retternation des 2. WK verstanden werden, was einer genaueren Prüfung jedoch nicht Stand hält. Versuchen Sie das grössere Bild im Auge zu behalten.
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