Venezuela wertet Landeswährung kräftig ab

Venezuela muss seine Staatsfinanzen sanieren. Die Regierung hat die Landeswährung Bolivar aus diesem Grund fast um ein Drittel abgewertet. So sollen vor allem die inländischen Schulden abgebaut werden. Die Abwertung birgt jedoch Risiken.

Bolivar-Noten.

Bildlegende: Die Landeswährung ist neu fast einen Drittel weniger wert. Reuters

Neu müssen für einen Dollar 6,3 Bolivar hingeblättert werden. Bisher waren es 4,3. Mit dem Schritt will die Regierung ihre Finanzen sanieren, nachdem sie im vergangenen Jahr grosse Ausgaben getätigt hatte. Im Wahlkampfjahr habe Präsident Hugo Chavez viel Geld für Sozialwohnungen ausgegeben, sagt SRF-Korrespondent Max Achermann. «Jetzt gibt es ein Loch von 17 Prozent im Staatshaushalt.»

Eine Abwertung hat für den Staat den Vorteil, dass er seine Schulden bei heimischen Gläubigern leichter zurückzahlen kann. Schliesslich werden die Öl-Exporte – Haupt-Einnahmequelle des Landes – in US-Dollar abgerechnet. Max Achermann zweifelt jedoch daran, dass die Abwertung reicht, um des Land langfristig zu retten. «Es klemmt an allen Ecken und Enden.»

Mit der Abwertung droht aber gleichzeitig eine Verschärfung der Inflation. Mit 20 Prozent ist sie bereits jetzt höchste des Kontinents. Das Land lebe vom Import, sagt der SRF-Korrespondent. «Lebensmittel werden sich wohl um 30 Prozent verteuern.»

Unsicher bleibt, wie sich die Situation ohne den Präsidenten Hugo Chavez entwickelt. Er wird derzeit in einem Krankenhaus auf Kuba behandelt. Wegen seiner Erkrankung konnte Chavez noch nicht für eine dritte Amtszeit vereidigt werden.