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Terroranschlag in Québec Verdächtiger wird des sechsfachen Mordes beschuldigt

Legende: Video Anschlag auf Moschee in Québec abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein festgenommener 27-jähriger Kanadier wird des sechsfachen Mordes beschuldigt.
  • Der Verdächtige soll der rechtsextremen Szene angehören.
  • Er hatte mutmasslich am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Moschee in Québec um sich geschossen.
  • Das Attentat forderte sechs Tote und zahlreiche Verletzte.

Ein nach dem tödlichen Anschlag auf eine Moschee in Québec festgenommener Verdächtiger wird des sechsfachen Mordes beschuldigt. Wie die kanadische Polizei mitteilte, wird dem Mann zudem Mordversuch in fünf weiteren Fällen vorgeworfen.

Die Vernehmung des mutmasslichen Täters sei noch im Gange, hiess es. Möglich sei eine Anklage wegen «Terrorismus» und Gefährdung der nationalen Sicherheit.

Verdächtiger hat sich selbst gestellt

Bei allen sechs Todesopfern im Alter zwischen 39 und 60 Jahren handelte es sich nach Angaben des muslimischen Kulturzentrums um Kanadier mit Wurzeln in Marokko, Algerien, Tunesien und Guinea. Fünf der 19 Verletzten schwebten am Montag weiter in Lebensgefahr. Auf sie bezogen sich die fünf Anklagen wegen versuchten Mordes.

Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 27-jährigen Kanadier aus einem Vorort Québecs. Der Politikstudent der Universität Laval soll sich 20 Kilometer ausserhalb der Stadt selbst der Polizei gestellt haben. Der Campus der Hochschule ist nur einige hundert Meter von der Moschee entfernt.

Fan von Marine Le Pen

Laut Aussagen von Bekannten vertritt der mutmassliche Täter offen Positionen der radikalen Rechten. Er sei von einer «rassistischen Nationalismus-Bewegung» inspiriert, sagte ein Bekannter der Zeitung «Globe and Mail».

Ein weiterer Bekannter sagte dem «Journal de Québec», der 27-Jährige sei «sehr rechts», «ultra-nationalistisch» und glaube an die Vorherrschaft von Weissen über Menschen anderer Hautfarbe. Auf Facebook soll er sich unter anderem als Fan der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National zu erkennen gegeben haben.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Eigentlich würde ich von jenen, die auch hier wieder als Erstes gegen Muslime, den Islam und anders denkende gehetzt haben eine :Entschuldigung erwarten oder zumindest ein Distanzieren von solchem Tun. Aber ich glaube, da warte ich vergeblich.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      5.Versuch! Ich erwähnte die Meldung mit dem Marokkaner in Möglichkeitsform, ganz im Gegensatz zu allen, die in aller Selbstverständlichkeit ohne genauere Sicht der Dinge vorab von Islamophobie keifen. Wie auch bei Brandanschlägen in Asylheimen werden immer erst Rechtsextreme vermutet, obwohl aus erstellten Statistiken hervorgeht, dass zu etwa 90% die Brände von Heimbewohnern selber verursacht sind: Meist Fahrlässigkeit+falscher Umgang,aber auch viele aus Protest.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Viele solche Personen träumen in diesen Tagen von einer "weißen, christlichen Vorherrschaft" über andere Ethnien/Völker der Welt. Im Weissen Haus sitzen jetzt auch einige, die Fans solchen Gedankengutes sind. Was das für "friedliche" Aussichten für die Welt sein werden, kann man sich ausmalen. Gründe, gegen andere loszuschlagen, wird man leicht finden oder sie einfach konstruieren. Der Terror einzelner ist schlimm, doch viel brutaler ist Staatsterror auf Grund irgendwelcher Vormachtsfantasien.
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  • Kommentar von Astrid Meier (Swissmiss)
    Unglaublich, wie hier ein Terroranschlag eines bekennenden Rechtsnationalisten und weissen Supremacisten auf eine Moschee noch den Muslimen in die Schuhe geschoben wird! Nächstens wird Breivik wohl noch zum Muslim erklärt, damit es besser in den eigenen Hass passt. Dass SRF diese Tatsachenverdrehung und Hetze unkommentiert zulässt und so ein weiteres Forum für die Gesinnung bildet, die solche Morde hervorbringt, enttäuscht mich tief!
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