Vergeltungsaktion gegen Al-Shabaab-Miliz

Als Reaktion auf das Massaker in Garissa mit fast 150 Toten hat die kenianische Luftwaffe zwei Lager der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz in Somalia bombardiert.

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Christen und Muslime beschwören ihren Zusammenhalt

1:11 min, aus Tagesschau vom 6.4.2015

Vier Tage nach dem blutigen Anschlag auf die Universität in Garissa kommt nun die Reaktion aus Kenia. Die Luftwaffe bombardierte gestern zwei Lager der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz in Somalia.

Die beiden Lager in der somalischen Grenzregion Gedo seien komplett zerstört worden, teilte ein Sprecher des kenianischen Militärs mit. Luftaufnahmen der Armee würden dies belegen. Das Militär habe Informationen, dass Al-Shabaab von diesen beiden Lagern aus Ziele in Kenia angreifen wollte, verlautete zudem aus Militärkreisen.

Al-Shabaab widersprach, kein Lager sei angegriffen worden. Eine unabhängige Bestätigung war nicht zu erhalten, Gedo ist nur schwer zu erreichen.

Die Miliz hat wiederholt Ziele in Kenia attackiert. Nach eigener Darstellung will sie Vergeltung für den Einsatz kenianischer Soldaten im Nachbarland Somalia üben und Rache für die angeblich schlechte Behandlung von Muslimen in Kenia nehmen.

Karte von Kenia und Somalia.

Bildlegende: Garissa liegt rund 200 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt. SRF

Kritik wird laut

Nach dem Massaker in Garissa mit 148 Toten wurden zu den Osterfeiertagen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Vor allem in christlichen Einrichtungen war die Nervösität gross, denn die Terroristen hatten in der Universität gezielt Christen getötet.

Gleichzeitig wächst die Kritik über mögliche Versäumnisse der Behörden und Sicherheitskräfte. Medien berichteten, dass die Sicherheitskräfte nach ersten Informationen über eine mögliche Attacke in der Stadt Garissa fast acht Stunden gebraucht hätten, um einzuschreiten. Viele Journalisten seien im Auto schneller dort gewesen.