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International Vergewaltigung in Indien: Vater lehnt Entschädigungszahlung ab

Nach der Gruppenvergewaltigung und dem Tod zweier Mädchen im Norden Indiens greift die Polizei durch: Sie nimmt fünf Männer fest – zwei davon aus ihren eigenen Reihen. Der Vater eines Opfers lehnt eine Entschädigungszahlung der Regierung ab – er fordert Gerechtigkeit.

Protestierende Inder
Legende: Erst nach Protesten begann die Polizei im Fall der Massenvergewaltigung zu ermitteln. Keystone

Nach dem Tod von zwei Mädchen, die zuvor von mehreren Männern vergewaltigt wurden, hat die Polizei im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh fünf Tatverdächtige festgenommen. Allerdings reagierten die Behörden erst unter starkem öffentlichen Druck.

Unter den Festgenommenen befinden sich zwei Polizisten. Nach Angaben des Senders NDTV hatten sie nicht auf die Vermisstenmeldung reagiert und möglicherweise den Tätern sogar Beihilfe geleistet. Mehrere Polizeibeamte wurden vom Dienst suspendiert.

Legende: Video Polizisten bei Vergewaltigung in Indien in Kritik abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.05.2014.

«Die fünf sind die Hauptverdächtigen des Verbrechens», sagte ein Polizeisprecher. Gegen zwei weitere Männer werde noch ermittelt.

Den drei Männern wird vorgeworfen, die 14 und 16 Jahre alten Cousinen im Distrikt Badaun missbraucht zu haben. Ob die mutmasslichen Vergewaltiger die Mädchen nach der Tat töteten oder ob sich die beiden selbst erhängten, ist unklar.

Die Familien hatten die toten Mädchen am Mittwoch gefunden, nachdem sie die Cousinen am Vorabend bei der Polizei hatten vermisst melden wollen.

Rechtlose Opferfamilien

Die Polizei habe sich in der Nacht des Verschwindens geweigert, eine Vermisstenanzeige aufzunehmen, berichtete der Vater eines Mädchens dem Sender NDTV. Die Familien sind Dalit, sogenannte «Unberührbare», die in Indien am untersten gesellschaftlichen Ende stehen.

Der Leichenfund hatte starken Protest in der Gemeinde ausgelöst. Erst daraufhin hatten die Behörden überhaupt Ermittlungen aufgenommen.

Ein Mann wischt sich mit einem Tuch die Tränen ab.
Legende: Der Vater eines Opfers trauert. Reuters

«Ich will Gerechtigkeit für meine Tochter»

Am Samstag schlug der Vater eines Mädchens das Angebot einer Entschädigungszahlung der Regierung in Höhe von 500'000 Rupien (rund 7560 Franken) aus. «Ich brauche keine Entschädigung, ich will Gerechtigkeit für meine Tochter» sagte er dem Sender NDTV. «Sie haben meine Tochter aufgehängt, ich will, dass die Täter auch hängen.»

Nach dem Wunsch der Familien, die der Polizei nicht vertraut, sollen nun Beamte des Bundesstaats weiterermitteln. Regionalpolitiker und Frauenrechtsgruppen sprachen von einer zunehmenden Gesetzlosigkeit im Bundesstaat Uttar Pradesh. Erst am Freitag war Berichten zufolge ein weiteres, 17-jähriges Mädchen im Distrikt Azamgarh von einer Gruppe vergewaltigt worden.

Der Tatort


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10 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Kleinheinz, Feldkirch
    Ob in Afrika, Brasilien, Indien, Pakistan…usw. Frauen haben leider im 20. Jh. immer noch wenig oder gar nichts zu melden und gelten als "Ware", oder Untertan des Mannes. Teilweise wird es noch unterstützt und untermauert durch Religionen oder "Kasten" Systeme! Es ist noch nicht lange her, sind auch bei uns Mägde auf Bauernhöfen, Arbeiterinnen in Industrien, Angestellte in Herrenhäusern regelmässig vergewaltigt und missbraucht worden, es wurde vertuscht und Schwangere wurden verstossen!
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Menschlichkeit hat nichts mit Bildung zu tun. Es gibt unter Ungebildeten sehr liebe Menschen und unter den Gebildeten gibt es auch viele Böse.
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  • Kommentar von olga frick, triesen
    Dass ist eine grausame tat.so etwas darf nicht mehr passieren.diese qual die diese und andere mädchen erleben müssen und die einen damit leben müssen.dass ist soo schlimm dass sich einige selbst das leben nehmen.nicht der körperliche sonder phychische schaden ist enorm.wieso unternehmen die politiker - richter und phsychiater nichts dagegen.auch hier ist es verherend mit der bestrafung von vergewaltigern.
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