Verhärtete Fronten beim Klimagipfel in Lima

Der Abschluss des Klimagipfels in Peru wird von Grabenkämpfen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern gebremst. China und die USA sind auf Konfrontationskurs und trotzdem sollte eine gemeinsame Abschlusserklärung als Grundlage für einen Weltklimavertrag erreicht werden.

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Pattsituation am Klimagipfel in Lima

1:09 min, aus Tagesschau vom 13.12.2014

Bei der UNO-Klimakonferenz in Lima gefährden Konflikte zwischen armen und reichen Ländern eine Einigung für die Grundlage eines Weltklimavertrags. Die Gespräche wurden nach 17 Stunden Dauerberatung unterbrochen und am Samstag fortgesetzt. Dabei zeichnete sich Widerstand mehrerer Entwicklungsländer ab – sie fordern mehr Geld für den Klimaschutz.

Zudem sind China und die USA auf Konfrontationskurs. Während China das vorliegende Abschlussdokument als unausgeglichen bezeichnete, mahnten die Vereinigten Staaten die über 190 Länder zu einer Zustimmung. Der Vertreter Chinas schloss sich aber der Position der Entwicklungsländer an.

Erst kürzlich haben die beiden grössten CO2-Verursacher China und die USA ihre Reduktionsziele nachgebessert: China will den Anteil nicht-fossiler Energie bis 2030 auf 20 Prozent steigern. China ist für rund ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Streit um Mitsprache und Prozeduren

Umstritten war bis zuletzt, wie konkret die Zusagen zum Klimaschutz der Länder aussehen sollen, die bis zum Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Die Entwicklungsländer pochten zudem auf mehr Mitsprache und klarere Zusagen über Finanzzahlungen, damit sie sich gegen die Folgen der fortschreitenden Erderwärmung schützen können.

Perus Umweltminister und Konferenzpräsident Manuel Pulgar-Vidal mahnte die 195 Länder eindringlich zur Kooperation. Von Lima müsse ein «starkes Signal des Vertrauens und der Hoffnung» ausgehen. «Wir repräsentieren die Welt und das, was die Welt verlangt.»

«Es wäre eine Tragödie, wenn wir hier die Bedürfnisse der Ärmsten in der Welt verleugnen würden», warnte der Vertreter des kleinen Pazifik-Inselstaates Tuvalu. Er forderte eine Regelung, wie mit den ökonomischen Schäden nach Unwetterkatastrophen umgegangen werde.

Gestritten wird auch darüber, ob reichere Schwellenländer noch ins klassische Muster der Entwicklungsländer passen oder ob sie sich beim Klimaschutz wie Industrieländer messen lassen müssen.

Den Länderdelegationen liegt inzwischen ein auf vier Seiten eingedampfter Text vor, der als Lima-Entscheidung im Konsens aller Staaten angenommen werden muss. Streit gab es in der Nacht zum Samstag über das Prozedere. Vor allem afrikanische Länder bemängelten, dass sie nicht ausreichend einbezogen worden seien. «Wir fühlen uns, als würden wir bei dem wichtigen Prozess aussen vor gelassen», beschwerte sich der Vertreter Nigerias.