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International Vermisster israelischer Soldat ist tot

Der israelische Leutnant ist bei Kämpfen im Gazastreifen getötet worden. Geschah das vor oder nach Inkrafttreten der Waffenruhe? Das israelische Militär und die Hamas machen unterschiedliche Angaben.

Die Silhouetten von drei israelischen Soldaten
Legende: Über die Todesumstände des israelischen Leutnants gibt es widersprüchliche Angaben. Keystone

Am Sonntag hat nun die israelische Armee den zunächst als entführt gemeldeten Leutnant für tot erklärt. Der 23-jährige Hadar Goldin sei am vergangenen Freitag bei Kämpfen nahe der Stadt Rafah ums Leben gekommen, teilte das Militär in der Nacht zum Sonntag mit.

Die Armee war bislang von einer Entführung des 23-Jährigen durch radikale Palästinenser ausgegangen – und begründete damit, eine zuvor angekündigte Waffenruhe für gescheitert zu erklären.

Der Offiziert wurde am Sonntagabend in Kfar Saba bei Tel Aviv beerdigt. Tausende Menschen waren bei der Trauerfeier anwesend. Unter den Trauergästen war auch Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Goldin war sein Grossneffe, wie der Politiker israelischen Medien bestätigte.

Legende: Video Suche nach vermisstem Soldaten abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.08.2014.

Über 100 Tote bei Suchaktion

Über den Todesfall des Offiziers gibt es widersprüchliche Berichte, ob er bei einem Einsatz starb oder entführt und danach getötet wurde – und wenn ja von wem. Nach der Vermisstmeldung durchkämmten Truppen im südlichen Gazastreifen Häuser und verdächtige Orte, unterstützt von massivem Artilleriefeuer. Die meisten dieser Ziele lagen in der südlichen Stadt Rafah und ihrem Umland. Dort sollen Militante den 23-Jährigen am Freitagmorgen entführt haben.

Der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, bestritten am Samstagmorgen, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. «Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem Bombardement getötet wurden», hiess es in einer Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen.

Sprengstoffweste gezündet

Nach Angaben des israelischen Militärs arbeitete die Einheit des Vermissten an der Zerstörung eines Tunnels der Hamas, als militante Palästinenser sie angriffen. Der unterirdische Gang reichte zwei Kilometer tief in israelisches Gebiet hinein.

Die palästinensischen Kämpfer seien aus dem Tunnel heraus aufgetaucht und hätten den israelischen Trupp angegriffen, berichtete die «Jerusalem Post». Demnach zündete einer von ihnen eine Sprengstoffweste, wie sie Selbstmordattentäter verwenden. Zwei israelische Soldaten wurden dabei getötet. Unklar ist, ob auch der vermisste Soldat dabei gestorben ist.

Angriffs-Zeitpunkt umstritten

Der israelischen Armee zufolge ereignete sich der Angriff am Freitag anderthalb Stunden nach Beginn einer dreitägigen humanitären Waffenruhe, welche die UNO und die USA zwischen Israel und militanten Palästinensern vermittelt hatten. Israel erklärte daraufhin die Waffenruhe für gescheitert und verstärkte seine Angriffe.

Ein ranghohes Hamas-Mitglied widersprach dieser Darstellung. Der Vorfall sei vor Beginn der Waffenruhe passiert, sagte Mussa Abu Marsuk, der Vize-Auslandschef der radikal-islamischen Hamas, der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Samir Ghafier, 8912
    Zensierte Medien. Würde mich mal wundernehmen, wer 20 min kontrolliert, wem es gehört?
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Was meinen Sie mit Zensur? Dies müsste man mit den hasserfüllten Kommentaren auf Facebook machen, die zu Gewalt an jüdischen Mitmenschen in der Schweiz aufrufen. Denken Sie daran: Hamas zensuriert alles in Gaza und bedroht westliche Journalisten. Kürzlich wurden 30 sog. Kollaborateure durch die Hamas in Gaza hingerichtet. Diese werden wohl auch auf der Liste der von Israel getöteten Ziivilisten in Gaza erscheinen.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Hamas hat Gaza in der Zeit ihrer Herrschaft in ein korruptes, autoritäres und aggressives Gebilde verwandelt. Hamas bedrohte nicht nur Israel, sondern auch Ägypten und die Fatah. Das Einzige, was die Palästinenser mit Hamas verlieren, ist ein militanter Störfaktor im Nahen Osten. Also kein wirklicher Verlust.
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    1. Antwort von E.Wagner, Zug
      Es bedarf wahrlich der Klugheit, der Besonnenheit und Aufrichtigkeit in der Welt! Aber auch von Ihnen Hr.Kerzenmacher Und es bedarf auch des Mitgefühls, des Mitleids und der Trauer gegenüber denen die leiden und sterben. Von keinem der führenden Vertreter der jüdischen Gemeinden, hat man bisher auch nur ein einziges Wort des Mitgefühls gehört.
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  • Kommentar von Samir Ghafier, 8912
    Danke SRF, dass ihr genug Rückgrat habt, bei solchen Beiträgen die Kommentarfunktion nicht zu deaktivieren. Bei 20min, etc. kann man seinen Senf nur bei sinnlosen oder propagandistischen Beiträgen loswerden. Nennt man das nicht auch Zensur? Gab es das nicht früher schon einmal?
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