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International Verteidiger von Kobane fast umzingelt

Während die Hilferufe der Verteidiger von Kobane grösstenteils ungehört verhallen, greift die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die syrisch-kurdische Grenzstadt von drei Seiten aus an. Noch können die kurdischen Kämpfer aber Stand halten.

Legende: Video Kobane in die Zange genommen abspielen. Laufzeit 0:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2014.

In Kobane rücken die IS-Dschihadisten weiter vor und bauen ihre Machtposition aus, auch mit Selbstmordattentätern. Für die kurdischen Kämpfer wird die Lage immer verzweifelter.

Der kurdische Aktivist Farhad al-Schami berichtete der Nachrichtenagentur dpa am Telefon aus der umkämpften Enklave, es gebe heftige Gefechte im Süden, Westen und vor allem im Osten der Stadt.

Kurden schlagen Angriffe zurück

Den nur mit leichten Waffen ausgerüsteten kurdischen Kämpfern sei es gelungen, während der Nacht mindestens sieben Angriffe der Dschihadisten im Südwesten zurückzuschlagen. Ismat Hassan vom Verteidigungsrat in Kobane sagte der kurdischen Nachrichtenagentur Welati, seine Kämpfer hätten in der Nacht mindestens zwei Selbstmordanschläge von IS-Angreifern in der Nähe des Zentrums vereitelt. Die Kurden kämpften erbittert um die Kontrolle einer wichtigen Verbindungsstrasse zur Türkei.

Viel Rauch und eine Flamme steigt in Kobane auf nach einem US-Luftangriff
Legende: Trotz Luftangriffen (Bild) wird es für die Kurdenkämpfer in Kobane immer schwieriger, den IS-Vorsmarsch aufzuhalten. Keystone

Weitere Luftangriffe geflogen

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter griff die von den USA geführte Anti-IS-Koalition während der Nacht die Kämpfer der IS-Miliz im östlichen und südlichen Teil von Kobane aus der Luft an. Doch damit allein lässt sich der IS-Vormarsch kaum stoppen. Doch vom Boden aus eingreifen will niemand. Es blieb bisher bei warnenden Worten.

Die EU zeigt sich sehr besorgt über die Kämpfe in der syrischen Stadt nahe der türkischen Grenze. Die EU, die Türkei sowie regionale und internationale Partner müssten verstärkt zusammenarbeiten, um der Bedrohung durch die IS zu begegnen, sagte der Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.

Luftangriffe auswerten

Die internationale Militärkoalition gegen den IS kommt am Dienstag zu Beratungen zusammen. Die mehr als 20 Militärchefs wollen an ihrem Treffen in Washington über die bisherigen Erfolge der Luftangriffe auf IS-Stellungen diskutieren.

Ein Thema soll auch die Ausbildung der irakischen Regierungstruppen sowie moderater syrischer Kämpfer sein. Für Kobane könnte es dann bereits zu spät sein.

EDA gibt Reisewarnung aus

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät wegen der bewaffneten Konflikte in den Nachbarländern von Reisen in die Grenzregion zu Syrien und Irak im Südosten der Türkei ab. Vorab in der Grenzregion zu Syrien und Irak bestehe ein erhöhtes Risiko, schreibt das EDA auf seiner Internetseite.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Aenishänslin, Geterkinden
    Das Den Haager Tribunal wird in nächster Zeit die Arbeit nicht aus gehen.
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  • Kommentar von Christa lohmann, 4153 Reinach
    Herr Wespi erwähnte in seinem Kommentar die Luftangriffe, die Fast nichts ergeben. Ich verstehe es auch nicht, in Dresden wurden bei 3 Angriffen 25 000 Menschen Opfer dieser Angriffe
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie haben hinten eine Null vergessen, die Zahl 25'000 war nur die "offizielle". Der entscheidende Unterschied zwischen Dresden und Kobane besteht darin, dass die Zivilbevölkerung in D. viel intensiver mit einem ähnlichen Material bombardiert wurde, das später als Napalm bekannt wurde, während die Angriffe auf die gut gedeckten IS-Kämpfer nur mit "gewöhnlichen" Bomben erfolgen. Ich bezeichne sie sogar als Alibi-Angriffe, damit später gesagt werden kann, man habe ja doch etwas gemacht.
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  • Kommentar von J. wespi, luzern
    ich glaube langsam die welt will das die is und die kurden sich gegenseitig auslöschen. ich kann mir das nicht erkleren 15'000 IS kämpfer sollen vor der stadt stehen und die luftangriffe bringen nichtz sorry aber soo ne grosse menschenmenge kann sich doch nich ferstecken vieleicht habe ich zu viele filme gesehen können die ammis nicht 30-40 scharfschützen runter fliegen die da aufreumen??!
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    1. Antwort von Walter Wieser, USA
      So, so, die verhassten Amis sollen jetzt wieder aufraeumen? Damit man spaeter wieder einen schuldigen fuer alles hat....! Eigentlich sollten die Europaer diesen Job uebernehmen. Bevor sie dieses Krebsgeschwuer auf dem eigenen Boden haben. Die Amis sollten einfach mal zuhause bleiben und nicht immer fuer andere die heissen Kastanien aus dem Feuer holen muessen. Schickt doch diese beste Armee der Welt mal hin.
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    2. Antwort von V. Humbert, Carouge
      Aber ja Herr Wieser. Wären die Amis seinerzeit zu Hause geblieben anstatt den Irak "demokratisieren" zu wollen, hätten wir diesen Schlamassel gar nicht erst. Wer's verursacht, hat es Herrgott nochmal auch aufzuräumen!
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    3. Antwort von Walter Wieser, USA
      Lieber Herr Humbert, siehe oben.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Lieber Herr Wieser, weshalb sollten die Europäer diesen Job übernehmen? Aber stimme J. Wespi zu. Mit einer anderen Strategie als sie jetzt gefahren wird, hätte man die IS schon längstens stoppen können. Aber vermutlich will man das zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht, obwohl die Möglichkeiten durchaus vorhanden wären. Aber anmassend von den Amerikanern ist schon, dass doch gefälligst Verbündete Bodentruppen schicken sollen, wo doch die IS erst durch sie überhaupt entstanden ist.
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    5. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Herr Wieser,Sie meinen die verhassten Amis sollten wieder aufräumen,aber das tun sie nicht!Auch hier geht es um ganz andere Probleme die man vertuschen will.Aber Sie meinen das offensichtlich ernst.Laut Brzezinski ist das auch die letzte Chance dass die USA Weltmacht bleibt.Deswegen ziehen sie ja auch an allen Strippen!!Die Frage ist,wie weit die USA noch letztendlich noch gehen würde?Ich fürchte zu weit!!!
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