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International Verteilung von Asylsuchenden in Europa – kein Erfolgsmodell?

Die EU-Kommission will Flüchtlinge innerhalb des Kontinents umsiedeln. Damit sollen vor allem Ungarn und Griechenland entlastet werden. Der Entscheid ist innerhalb der EU äusserst umstritten und eine grosse Frage bleibt: Kann das in der Praxis funktionieren?

Legende: Video Lassen sich Flüchtlinge verteilen? abspielen. Laufzeit 2:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.10.2015.

Mit einer Mehrheitsentscheidung haben die EU-Innenminister einen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge in Europa beschlossen. Doch bei der getroffenen Entscheidung muss sich erst noch zeigen, wie praktikabel sie ist.

Pieter Cleppe von der EU-kritischen Denkfabrik Open Europe ist eher skeptisch: «Die Flüchtlinge werden auch in Zukunft alles unternehmen, um in einigen wenigen Staaten Zuflucht zu finden.» Die Beiträge, die Asylbewerber vom Staat bekommen, seien je nach EU-Land extrem unterschiedlich.

Harmonisierung der nationalen Asylsysteme

«Dazu kommt, dass die Chancen, den Asylstatus zu erhalten, in einem osteuropäischen EU-Staat sehr viel geringer sind als in Westeuropa», so Cleppe. Es sei für viele Flüchtlinge attraktiver, sich zum Beispiel in Belgien oder Deutschland als Schwarzarbeiter durchzuschlagen als in Osteuropa legal unterzukommen.

Die Unterschiede zwischen den EU-Staaten, was die Attraktivität für Flüchtlinge angeht, ist riesig. Als Gegenmassnahme setzt die EU-Kommission auf die Harmonisierung der nationalen Asylsysteme.

«Wenn dann überall die gleichen Prozeduren gelten, dann wird die Umverteilung funktionieren», zeigt sich die Sprecherin der EU-Kommission zuversichtlich. Und wenn ein Asylbewerber trotzdem nicht mitmache, dann gäbe es für ihn auch kein Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Langsam begreifen immer mehr in Europa, dass dieser "Flüchtlingshype" nie und nimmer funktionieren kann + sich zu einer echten Bedrohung auswächst. Nur, die EU funktioniert wohl wie ein Ozeandampfer. Bis der einmal zum Stehen kommt strömen noch weitere Millionen nach Europa. Es ist nur zu hoffen, dass die Wahlen am 18.10 klar und deutlich ausfallen und bei uns dann schnell und zügig reagiert wird.
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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Die EU schaufelt gerade ihr eigenes Grab. Alle nach Deutschland. Merkel meinte ja, "wir schaffen das"! Also. Parolen einhalten!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Die europäischen Länder täten gut daran, sich endlich bei den Australiern Rat einzuholen. Auf nichts anderes wird es am Ende hinauslaufen müssen. Herzlos? Vielleicht, aber wenigstens ehrlich, eindeutig und ohne widersprüchliche "Refugees welcome" und "Öffnet die Grenzen"-Heuchelei. Für Letztere sind schon genug Menschen ertrunken.
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