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International Verwirrung um Notsignal von Flüchtlingsschiff

Der Notruf des Frachters nahe Korfu war laut Angaben des Kapitäns falscher Alarm. Doch bei der Kontrolle des Schiffs mit über 600 Flüchtlingen an Bord fehlt von der Besatzung dann jede Spur.

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Legende: «Blue Sky M» war von Istanbul kommend offiziell zum kroatischen Hafen Rijeka unterwegs, als der Notruf ausgelöst wurde. Keystone

Zwei Tage nach dem Unglück der Fähre «Norman Atlantic» hat es am Dienstag in der Adria erneut Alarm gegeben. Erst hiess es, Hunderte Migranten seien womöglich auf einem Frachter vor der Küste Griechenlands in Lebensgefahr. In der Nacht auf Mittwoch ist der Frachter «Blue Sky M» mit schätzungsweise 600 Flüchtlingen an Bord nun sicher im italienischen Hafen von Gallipoli angekommen.

Besatzung verschwunden

Ein Notsignal des Schiffs hatte am Dienstagnachmittag einen umfangreichen Einsatz der griechischen Kriegsmarine ausgelöst. Sie entsandte mehrere Schnellboote und einen Helikopter und nahm Kontakt mit dem Kapitän der «Blue Sky M» auf. Dieser erklärte jedoch, alles sei in Ordnung und das Schiff nicht in Seenot. Der Frachter bewegte sich danach aus eigener Kraft in italienisches Gewässer, wie der griechische Rundfunk unter Berufung auf die Kriegsmarine in Athen berichtete.

Dort gingen italienische Sicherheitskräfte per Helikopter an Bord. Bei der Kontrolle haben sie laut eigenen Angaben keine Besatzung gefunden. Es sei ihnen jedoch gelungen, einen Motorschaden zu beheben und den Kurs der «Blue Sky M» zu ändern, sodass sie nicht auf die Küste prallte.

Flüchtlinge in Griechenland aufgenommen?

Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass einer der Flüchtlinge an Bord die griechische und die italienische Küstenwache alarmierte. Das Schiff soll laut griechischen Medienberichten seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland unterwegs gewesen sein. Die griechischen Medien hatten weiter berichtet, einige der Menschen an Bord seien bewaffnet.

Die italienische Küstenwache geht davon aus, dass es sich bei den Bewaffneten um Schlepper handelt. Diese sollen die vermuteten Flüchtlinge aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen.

Tausende Tote in den letzten Monaten

Internationale Schlepperbanden versuchen immer wieder, Flüchtlinge durch das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Menschen sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Personen aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von A. Krüger, Bern
    Seit mehreren Monaten verfolge ich die Flüchtlingsströme über die Medien.Die verzweifelte Lage triebt diese voran. Doch ich frage mich welches bessere Leben finden die Flüchtlinge in Europa ? Sie können die Sprache nicht, sie dürfen nicht arbeiten, sie kommen in Asylbewerberunterkünfte und leben dort alle mit dem gleichem Schicksal ohne Familie ohne Freiheit ohne Unabhängigkeit. Wie soll die Lösung für dieses Problem aussehen?? Spanien, Italien, Griechenland alle alleine gelassen von der EU ???
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  • Kommentar von George Berger, Zürich
    Zu Zeiten der DDR wurden die Schlepper noch "Fluchthelfer" genannt... Die Anzahl Toter Flüchtlinge übertrifft die an der Mauer um ein Vielfaches (ganz ohne Schiessbefehl schon über 20'000 Tote). Die Schweiz sollte Schengen aus humanitären Gründen sofort künden.
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    1. Antwort von Caterina Galli, Basel
      Der Unterschied ist wohl die Gewinnabsicht. Wikipedia: "Als Schlepper oder auch Schleuser werden in der Gegenwart Menschen bezeichnet, die andere gegen Bezahlung und unter Umgehung gesetzlicher Einreisebeschränkungen in andere Staaten verbringen."
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    2. Antwort von Caterina Galli, Basel
      Ich habe mich zu knapp ausgedrückt. Es kommt auf die Motivation und Ausführung an. Für Leute und Organisationen, die Notsituation anderer ausnützen und sie gegen einen Wucherbetrag transportieren, z.B. auf einem nicht ganz seetüchtigen Schiff, einem Seelenverkäufer, passt die Bezeichnung "Fluchthelfer" nicht.
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    3. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Warum Sie diesen Umweg über die DDR nehmen, bleibt schleierhaft; Sie vergleichen da nicht einmal Äpfel mit Birnen. Und welche Wirkung der Austritt der CH aus dem Schengenabkommen zeigen sollte, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Das Weltbild von einer eingeigelten Schweiz ist längstens überholt. Zu grösserer Zufriedenheit hilft manchmal das Denken in grösseren Zusammenhängen: Wie kann man den Reichtum auf der Welt so nutzen, dass keine Völkerwanderungen mehr stattfinden.
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    4. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Schleierhaft bleibt auch Ihre Antwort. Wie sollen die Flüchtlinge über die DDR kommen, die gar nicht mehr existiert. Und die DDR lag auch nicht am Mittelmeer sondern an der Ostsee.
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    5. Antwort von George Berger, Zürich
      @Frühling; Sie haben natürlich recht, dass die EU und die DDR nicht das Selbe sind, aber mein Vergleich soll aufzurütteln. Wenn die Frontex sagt es sei eine neue Qualität an Grausamkeit dass die Menschenschmuggler neuerdings grössere, seetaugliche Schiffe verwenden, kommt das an Aussagen der SED wie zB. "Keiner will hier eine Mauer bauen" ensetzlich nahe. Die Schweiz hätte ohne Schengen grosse Kapazitäten für Flüchtlinge (80000/Jahr). Die Plünderung Afrikas zu beenden wäre sicher auch hilfreich.
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    6. Antwort von Christa Wüstnet, Reinach
      Herr Frühling, meine Antwort auf Ihren Antwort ist nicht korrekt. Ich habe nur den ersten Satz gelesen und sofort geantwortet. Also sorry
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  • Kommentar von Niklaus Studer, Olten
    Warum wird dieses Schiff nicht einfach wieder dahin eskortiert, wo es hergekommen ist???
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    1. Antwort von R. Graf, Solothurn
      Weil es Flüchtlinge sind!!!
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    2. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Weil es nicht hilft, wenn man den Kopf in den Sand steckt (jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf; es kommt einfach nur auf die Distanz an)
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