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International Verwirrung um russischen Hilfstransport

Moskau hat einen Konvoi von 280 Lastwagen mit Hilfsgütern auf den Weg in die Ukraine gebracht. Kiew will den Konvoi unter russischer Führung aber nicht ins Land lassen. Auch Frankreichs Aussenminister beäugt den Transport skeptisch.

Legende: Video Kiew: Russische Hilfstransporte unerwünscht abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.08.2014.

Russland hat eine grosse Hilfsaktion für die Ostukraine auf den Weg gebracht. In Moskau setzten sich am Morgen 280 Lastwagen mit Hilfsgütern Richtung Ukraine in Bewegung. Die Nachrichtenagentur Itar Tass meldete, der Transport werde zwei bis drei Tage brauchen, um das Nachbarland zu erreichen.

Die ukrainische Führung pochte darauf, dass die Güter aus Russland nur bis zur Grenze gebracht werden dürfen und dort umgeladen werden müssen. Ohnehin hat sie einem internationalen Transport mit russischer Beteiligung nur zugestimmt, wenn er unter Führung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) stattfindet.

Der russische Konvoi bestehend aus Lastwagen mit eingeschaltetem Licht
Legende: Die 280 Lastwagen transportieren nach russischen Angaben Lebensmittel und Medikamente. Reuters

Medikamente, Lebensmittel, Wasser – nach vier Monaten erbitterter Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten mangelt es der Zivilbevölkerung in den Rebellenhochburgen Lugansk und Donezk an Vielem. Tausende Menschen sind ohne Stromversorgung.

IKRK und OSZE sollen Konvoi begleiten

Laut dem früheren ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma, der als Vermittler fungiert, werde der internationale Hilfstransport unter Aufsicht des IKRK nach Lugansk in der Ostukraine fahren. Dazu gehörten auch die Güter, die von Moskau aus auf den Weg gebracht worden seien. Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würden die LKW begleiten, sagte Kutschma.

Der Hilfstransport sei mit der Ukraine abgestimmt, hiess es aus Moskau. In Kiew verlautete jedoch aus Regierungskreisen, es gebe keine Vereinbarung, wonach russische LKW die Grenze überqueren dürften.

Der russische Einsatz nährt Befürchtungen bei Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius. «Wir müssen ausserordentlich vorsichtig sein», sagte er. Es könne sein, dass sich auf diesem Wege Russen in der Nähe der Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk in Stellung brächten.

Regierungstruppen rücken vor

Unterdessen hat die ukrainische Armee nach verlustreichen Kämpfen eine strategisch wichtige Verbindungsstrasse zwischen Gorlowka und Donezk erobert. «Das Militär setzt dort Artillerie und Luftwaffe ein», sagte der Militärexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew.

Auf beiden Seiten habe es Tote und Verletzte gegeben. Die pro-russischen Aufständischen bestätigen den Geländegewinn der Regierungstruppen.

Beide Seiten berichteten von schweren Kämpfen um die Ortschaft Miussinsk nahe der Grossstadt Lugansk. Die Armee kontrolliere dort weiter die Hauptverbindungswege, sagte Tymtschuk. Ebenso umkämpft sei Ilowaisk südöstlich der Separatistenhochburg Donezk. In der Grossstadt waren erneut zahlreiche Wohnviertel unter Dauerfeuer der Artillerie.

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127 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Hofer, Birsfelden
    Es kam wie es vorhersehbar war, der Brandstifter, "der Herr Putin", kommt jetzt als Feuerwehrmann. Fragt sich nur was er in den über 200 LKW's alles geladen hat, sprich evtl. noch ein wenig Brandbeschleuniger (Waffen, Kampfhunde etc.)? Auch das das dieser Konvoi die Grenzen mit ukrainischen Kontrollen meidet sagt doch schon alles.
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    1. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      Ich sehe Putin wie Sie Herr Hofer,jedoch denke ich nicht dass Putin so dumm ist und im Hilfskonvoi (Auf den die ganze Welt gerichtet ist)Waffen etc. geladen hat.Er ist viel zu schlau,und spielt hier den Wolf im Schafspelz.Er will doch einfach den Westen verwirren.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Ich war früher auch eher ein Bewunderer Putins zumal er bestes Deutsch spricht und der deutschen sehr Zivilisation zugetan ist. Aber durch die Ukraine-Krise hat er seine wahre, inhumane Fratze als KGB-Mann gezeigt. Unruhestiftern kann ich jedenfalls keinerlei Vertrauen, sondern nur Verachtung entgegenbringen. Wenn das in der CH anders sein sollte, so gilt der zweite Halbsatz meines letzten Satzes. Die Ausrichtung moralischer Einstellungen nach Interessenlage ist für mich unverstellbar.
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    1. Antwort von Roger Stahn, Fraubrunnen
      Eine interessante Aussage, Herr Chauvet. Sehen Sie, auch wenn ich z.B. im Fall der Ukraine die USA/EU/NATO/Kiew/Medien scharf kritisiere, so wäre es mir nicht möglich, meine kostbare Lebenszeit mit Affektionen wie Verachtung oder Hass zu verschwenden. Solche Affektionen machen blind für die Realität & führen in eine simple Weltanschauung von Gut&Böse, von Schwarz&Weiss. Die aktive Realität entspricht jedoch allem anderen, als dieser imaginierten Dualität als Weltbild.
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Die Möchtegernweltbeherrscher USA/EU/NATO können einfach nicht verstehen, dass die nach ihrer Meinung "armen und verhungernden" Russen so viele Hilfsgüter in fremde Länder liefern können, während sie selber nur sinnlos schwadronieren und nicht helfen können oder wollen.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      ...ja Toneatti, wer schwadroniert, dann sind es Sie.Oder glauben Sie allen Ernstes, dass die Schlägertruppen Putins EU/USA/NATO -Hilfsgütern Zugang in die von ihnen terrorisierten Gebieten gewähren würden? Also, wenn man das liest, dann schlägt's 13.Putins Terroristen haben beispielsweise die Spitäler besetzt, Arznei- und Verbandsmittel für sich beschlagnahmt und missbrauchen Krankenwagen für ihre terroristischen Aktionen.Was muss eigentlich noch passieren,damit manche Leute endlich kapieren?
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und die ukrainische Armee bombardiert Schul,- & Kranken,- & Wohnhäuser & die zivilen Opfer entschuldigen sie damit, dass sich angeblich dort Separatisten versteckt hätten. Fallen Ihnen lieber Herr Chauvet nicht die Parallelen zum Konflikt im Nahen Osten auf? Auch da werden viele zivile Opfer billigend in Kauf genommen. Auch von der EU & Amerika unterstützt.
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    3. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Waeden,ja glauben Sie allen ernstes,dass noch jemand dort zur Schule gehen kann?Die sind leer,oder eben besetzt durch die Separatisten.Und einen vergleich machen zu wollen mit dem nahen Osten,ist einfach nur absurd.Übrigens ihre Kommentare sind von einem verkehrten Weltbild ausgehend hartnäckig, humorlos und verdrehend.Typische SVP Eigenschaften.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Lieber Herr Oppliger, Sie sollten Ihre Unterstellung, welche Sie gerne gegenüber Andersdenkenden als Sie es sind immer & überall vom Stapel lassen einfach sein lassen, gell! Herzlichen Dank!
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    5. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Es wundert doch immer wieder, dass solch beleidigend Kommentare wie diejenigen eines Herrn Chauvet & Herr Oppliger immer veröffentlicht werden.
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    6. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Waeden,Nein das werde ich eben nicht tun.Denn ich möchte eigentlich alles was ich für richtig empfinde,oder resp.als falsch betrachte,ganz offen und ehrlich hier darlegen können.Auch wenn es manchmal unangenehm ist für andere.Wer in diesem Forum teilnimmt muss sich dessen bewusst sein,dass man einander nicht immer mit Samthandschuhen anfassen muss.
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    7. Antwort von SRF News
      Guten Tag Herr Oppliger und Herr Lopez. Wir bitten Sie entweder zum Thema des obenstehenden Artikels zurückzukehren oder aber Ihre privaten Fehden hier einzustellen. Besten Dank! ^kw
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