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International Video zeigt tödliche Verfolgungsjagd in Washington

Dramatische Szenen in Washington: Eine Frau fährt mit ihrem Auto in die Barrikaden des Weissen Hauses. Erst nach einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt stoppt sie die Polizei. Die Frau wird durch Schüsse getötet. Ein einjähriges Kind bleibt offenbar unversehrt.

Legende: Video Aufnahmen der Verfolgungsjagd in Washington (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 04.10.2013.

Mitten im eskalierten Haushaltsstreit ist die US-Hauptstadt Washington Schauplatz einer kurzen aber dramatischen Verfolgungsjagd geworden.

Mit einem schwarzen Pkw fuhr eine Unbekannte erst in eine Sicherheitsbarrikade vor dem Weissen Haus, bevor sie quer durch die Innenstadt in Richtung Kapitol raste. Dutzende Polizeiwagen verfolgten die Unbekannte, in deren Auto ein Kind auf dem Rücksitz sass.

Zerstörter Polizeiwagen.
Legende: Der völlig demolierte Polizeiwagen zeugt vom Zusammenstoss mit der Lenkerin. Reuters

Fahrerin erschossen

Schliesslich schossen Polizisten auf die Flüchtende. Dabei wurde die Frau getötet, wie die Chefin der Polizei von Washington, Cathy Lanier, sagte.

Die wilde Jagd endete beim Zusammenstoss mit einem Polizeiauto. Zwei Polizisten seien verletzt worden, so Lanier weiter. Zuvor hatte Polizeichef Kim Dine von einem Verletzten gesprochen. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Ermittler aus. Das Kind wurde in Sicherheit gebracht.

Strassen beim Kapitol abgesperrt

20 bis 30 Polizeiautos hätten sofort die Verfolgung aufgenommen, hiess es zuvor. Sie führte bis zum Washingtoner Kapitol, wo sich Demokraten und Republikaner in diesen Tagen eine heisse Debatte über den Haushalt liefern. Wegen des Streits sind seit Dienstag grosse Teile der öffentlichen Verwaltung lahmgelegt.

Die Strassen rund um das Kongressgebäude wurden abgesperrt, Politiker und Mitarbeiter wurden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen und Fenstern fernzubleiben. Auch am Weissen Haus galten verschärfte Sicherheitsmassnahmen. Das Kapitol befindet sich im Herzen Washingtons und ist gut zwei Kilometer vom Weissen Haus entfernt; das Kongressgebäude ist Sitz des Senats und des Repräsentantenhauses.

Legende: Video Verfolgungsjagd in Washington abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 04.10.2013.

Bis zu zwölf Schüsse

Am Kapitol wurde der schwarze Pkw schliesslich von der Polizei in die Zange genommen, wie Bilder des TV-Senders Fox News zeigen: Vor und zurück manövriert die Fahrerin und rammt dabei auch ein Polizeiauto, während Beamte mit gezogener Waffe um ihren Wagen stehen.

Sechs bis zwölf Schüsse fielen dabei aus Handfeuerwaffen, wie ein Augenzeuge später berichtete. Passanten wurden aufgefordert, in Deckung zu gehen und sich auf den Boden zu legen. Kurz darauf wurden sie evakuiert.

Doch am Kapitol endete die wilde Jagd noch nicht: Die Frau raste erneut durch die Innenstadt, ehe sie mit einem Polizeiauto zusammenstiess. Fotos auf Twitter zeigten den zerstörten Wagen.

Erst vor zweieinhalb Wochen war die US-Hauptstadt Schauplatz einer blutigen Schiesserei gewesen: Ein 34-jähriger Mann hatte in einem Kommandozentrum der Marine das Feuer eröffnet und 12 Menschen getötet. Er wurde dann selbst von Sicherheitskräften erschossen.

21 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Da war doch noch was.., wo ist die erwachsene Person abgeblieben welche sich auch noch im Wagen befunden haben soll, jene die laut Meldungen inhaftiert wurde..?
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Wenn man halt in die Barrikaden des Weissen Hauses rast, dann deutet das unisono und unmissverständlich auf einen Terrorakt hin, die ganze Nation ist in Gefahr. Zweitens sitzt der Colt im Waffennarrenland schon seit je her locker, dies noch bei harmloseren Fällen, als dieser es war. Wenn ich Bilder von Verhaftungen mir anschaue, habe ich manchmal denn Eindruck, dass es ritual gar noch, zum guten Ton gehört, die Waffe zu ziehen, auch wenn einer nur einen Kaugummi auf die Strasse spukt.
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    1. Antwort von Urs Gehrig, F - Montpellier
      "Wenn man halt in die Barrikaden des Weissen Hauses rast" ... Ich hoffe doch sehr für das Weisse Haus, dass danach der Wagen wenigstens ein Bisschen beschädigt sein müsste, wovon auf dem Video nichts zu sehen ist. Sie wollte, warum auch immer, dort entlang, wurde aber durch anschreien und mittels Hiebe auf den Wagen in Panik versetzt. Was dann folgte, war glatter Mord, weil keiner der beteiligten Ordnungshüter begriff, worum es ging.
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Eure Kommentare in Ehren, aber bedenkt bitte, dass sich dieses Ereignis in den USA und nicht hier bei uns abgespielt hat. Wer schon einmal das Vergnügen mit amerikanischen Cops (Verkehrspoliszisten genügen vollauf...) gehabt hat, weiss, dass dort normalerweise zuerst geschossen bevor gefragt wird.Also, wenn die Frau bei vollem Verstand gewesen wäre, hätte Sie nicht die Flucht ergriffen. Ich frage mich deshalb, warum fährt sie einfach weiter? Sie hatte keine Chance...
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