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Putin trifft Macron Viele Spannungen vor prächtiger Kulisse

Legende: Audio «Es geht darum, Fugen zu kitten» abspielen. Laufzeit 4:37 Minuten.
4:37 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.05.2017.
  • Der russische Präsident Putin wird sich heute Mittag in Versailles mit dem französischen Staatschef Macron treffen. Geplante Themen sind der Syrien- und der Ukrainekonflikt.
  • Passend zum Treffen wird eine Ausstellung über einen Zaren-Besuch eröffnet.
  • Macron hatte beim G7-Gipfel in Sizilien einen «anspruchsvollen Dialog» angekündigt, um die Syrienkrise zu lösen.

Einschätzung von Frankreich-Korrespondent Charles Liebherr

Einschätzung von Frankreich-Korrespondent Charles Liebherr
Bei dem Treffen geht es in erster Linie darum, Fugen zu kitten. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Russland sind seit längerem eher frostig und das gegenseitige Vertrauen klein. Beide Staatschefs haben nun ein Interesse daran, eine gemeinsame Basis für Gespräche zu finden.
Zwischen den beiden Ländern fehlt es nicht an Themen: das Embargo der EU gegen Russland, mögliche russische Hackerangriffe auf Macrons Partei En Marche, die Konflikte in Syrien und in der Ukraine. All das werden Macron und Putin heute ansprechen. Konkrete Ergebnisse darf man allerdings nicht erwarten, denn es ist ein erstes persönliches Treffen.
Der russischen Regierung wären alle anderen Kandidaten für die französische Präsidentschaft lieber gewesen. Jetzt ist Macron aber die neue Realität, und das zwingt Putin, einen Schritt auf ihn zuzumachen.
Dass Russland dazu gewillt ist, war im Vorfeld des heutigen Treffens aus Moskau zwischen den Zeilen zu hören. Das kann nur heissen, dass Russland Wege sucht, das gegenseitige Misstrauen zumindest in einem minimalen Dialog zu verwandeln. Eine Charme-Offensive dürfen wir aber sicher nicht erwarten.

Russland unterstützt im Krieg den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Im Konflikt sind schon Hunderttausende ums Leben gekommen. Westliche Länder helfen hingegen Rebellen, die Assad stürzen wollen.

Im Ukrainekonflikt vermitteln Deutschland und Frankreich. Bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg. Die G7-Staaten haben am Wochenende Russland mit weiteren Sanktionen gedroht. Immer wieder wird Moskau aufgefordert, sich an die Minsker Friedensvereinbarung zu halten.

Versöhnliche Geste wahrscheinlich

Macron will offensichtlich neuen Schwung in die Beziehungen zu Moskau bringen. Sein Spielraum ist jedoch eher beschränkt. Im französischen Wahlkampf hatte die russische Regierung eher Sympathien für Le Pen gezeigt. Nun dürfte Macron versuchen, eine versöhnliche Geste zu machen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Die Unterstützung radikaler "Rebellen" sagt schon viel über Macron aus. Der Westen unterstützte nachweislich die Harakat Nour al-Din al-Zenki welche heute einer Gruppierung namens Tahrir al-Sham (Al-Qaida) angehört und mit der Enthauptung eines Kindes vor laufender Kamera weltweit Schlagzeilen machte. Was diese "Rebellen" heute in Wahrheit noch sind, belegt die Journalistin Jenan Moussa (syrische Opposition) mit ihrem eindrücklichen Dokumentarfilm, zu sehen auf YouTube: Undercover in Idlib.
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Ich halte Macrons Vorgehen für weitaus intelligenter , als die des US- Kollegen . Der hat in den ersten Wochen nur rumgepöbelt und jeden Tag bei laufender Kamera irgendein Dekret unterzeichnet.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    "Westliche Länder helfen hingegen Rebellen". Kann bitte SRF genau erklären welche Milizen werden Rebellen genannt? Welche Teritorium sie halten? Ich verfolge intesiv Krieg in Syrien und ist mir keine Miliz bekannt welche sich selbst Rebellen nennen.
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