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Viele Tote Schwere Gefechte mit Islamisten in Ägypten

Luftaufnahme der Oase Baharia
Legende: Die Oase Baharia liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste und ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Imago/Archiv
  • Die Kämpfe ereigneten sich in der Baharia-Oase, 370 Kilometer südwestlich von Kairo. Das berichten Nachrichtenagenturen.
  • Die Islamisten hätten einen Konvoi der Sicherheitskräfte mit Panzerfäusten angegriffen, meldet der Sender BBC.
  • Bislang hat sich niemand zum Anschlag bekannt.

Vorläufige Bilanz der schweren Gefechte mit islamistischen Kämpfern in Ägypten: Mindestens 50 Soldaten und Polizisten sind getötet worden. Unter den Toten sind auch 21 Polizeioffiziere. Die Sicherheitskräfte wurden während einer Razzia südlich der Hauptstadt Kairo angegriffen.

Kairo bestätigt die Kämpfe

Wie Ärzte und Vertreter der Sicherheitsbehörden mitteilten, lieferten sich die Sicherheitskräfte in der Baharia-Oase, 370 Kilometer südwestlich von Kairo, Gefechte mit den Islamisten. Aufständische hätten aus einem Hinterhalt mit Panzerfäusten und Sprengsätzen auf einen Konvoi der Sicherheitskräfte geschossen, sagte ein Insider. Es sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Toten steige.

Das Innenministerium in Kairo bestätigte die Kämpfe, machte aber keine Angaben zu den Todesopfern auf Seiten der Sicherheitskräfte. Mehrere «Terroristen» seien getötet worden, hiess es von Regierungsseite.

Bislang hat sich niemand zum Anschlag bekannt. Ein von mehreren Medien und dann in den sozialen Netzwerken verbreitetes angebliches Bekennerschreiben der Extremistengruppe Hasm erwies sich als Fälschung. Der Twitter-Kanal, über den die Gruppe in der Regel ihre Erklärungen verbreitet, ist seit dem 2. Oktober nicht mehr aktiv.

Auf dem Weg zu Haus von Terroristen

Die Sicherheitskräfte hatte einen Hinweis erhalten, nach dem sich mehrere Mitglieder der Aufständischengruppe Hasm in der Wüste nahe der Oase in der Region Gizeh versteckt halten sollen. Die Oase liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste und ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen.

Die Sicherheitskräfte seien auf dem Weg zu einem Haus in der Wüste gewesen, hiess es aus Sicherheitskreisen. Die Gruppe Hasm hatte sich zu mehreren Anschlägen rund um die Hauptstadt Kairo seit vergangenem Jahr bekannt.

Zahlreiche Angriffe auf Sicherheitskräfte

Die Regierung in Kairo wirft Hasm vor, der bewaffnete Arm der islamistischen Muslimbruderschaft zu sein, die seit 2013 verboten ist. Die Muslimbruderschaft weist das zurück.

In den vergangenen Wochen hatte es zahlreiche Angriffe auf Sicherheitskräfte in Ägypten gegeben. Diese gingen wiederum in Razzien verstärkt gegen Islamisten und mutmassliche Terroristen vor. Vor allem von der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens werden immer wieder Gefechte gemeldet. Dort ist ein Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aktiv.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ägypten hatte bereits vor dem Auftauchen der IS mit religiösen Kräften zu kämpfen. Teilweise auch selbst verschuldet, da man soziale Themen diesen Leuten überliess und diese sich als soziale Wohltäter präsentierten. Die weit verbreitete Korruption im Lande begünstigt die Reichen und lässt die Armen mit der Bevölkerungszunahme im Regen stehen. Deshalb brauchte es nicht viel, um nach der getürkten Machtübernahme von as-Sisi nach der Ära Mubarak neue Spannungen zu erzeugen.
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