Vier Tote bei Gefecht zwischen PKK und türkischen Soldaten

Laut der türkischen Armee haben bei einem Anschlag der kurdischen Arbeiterpartei auf einen Militärstützpunkt drei türkische Soldaten ihr Leben gelassen. Auch ein PKK-Kämpfer soll bei der Auseinandersetzung sein Leben gelassen haben.

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Türkische Polizei sichert einen Tatort (unkomm.)

0:06 min, vom 30.7.2015

Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei PKK haben nach Angaben der türkischen Armee bei einem Überfall auf einen Armeestützpunkt am Donnerstag drei Soldaten getötet. Beim Gefecht soll sodann auch ein PKK-Kämpfer ums Leben gekommen sein.

Das Gefecht habe sich in der südöstlichen Provinz Sirnak ereignet und dauere noch an, teilten die Streitkräfte am Vormittag mit. Türkische Soldaten hätten eine Strasse für einen Militärkonvoi sichern wollen und seien dann in einen Hinterhalt geraten.

Auch ein Polizist getötet

In der südosttürkischen Provinz Diyarbakir sei bei einem Anschlag weiter mindestens ein Polizist getötet worden. Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei PKK hätten im Bezirk Cinar auf den Beamten geschossen, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.

Ferner soll in der osttürkischen Provinz Bingöl ein Bombenanschlag auf den Postzug verübt worden sein, der von Istanbul in den Iran fährt. Dies berichtet die türkische Nachrichtenagentur DHA. Niemand sei verletzt worden, der Zug habe weiterfahren können. Der Provingouverneur machte die PKK für den Anschlag verantwortlich.

Anschlag auf Suruc hat Unruhen ausgelöst

Die türkische Armee hatte nach dem Anschlag auf die Grenzstadt Suruc in der vergangenen Woche eine Offensive sowohl gegen die Extremilstenmiliz Islamischer Staat (IS) als auch gegen die PKK begonnen.

Seitdem flog die Luftwaffe zahlreiche Angriffe gegen kurdische Stellungen im Nordirak. Bei Razzien im Inland wurden zudem zahlreiche Kurden-Aktivisten festgenommen.

Kritische Stimme gegen Erdogan

Angesichts des Vorgehens Ankaras gegen die PKK hat die Aussenexpertin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Sevim Dagdelen, vor einer Destabilisierung der Türkei und der Region gewarnt. Der türkische Präsident Erdogan verfolge «eine Strategie der Spannung», die in der Türkei die Angst vor Anschlägen und gar vor einem «Bürgerkrieg» schüre.