Visumsanfragen: USA stellen Homo-Ehepaare gleich

Bei der Gleichstellung von Homo- und Hetero-Ehepaaren gehen die USA einen nächsten Schritt: Es werden bei der Bearbeitung von Visumsanfragen keine Unterschiede mehr gemacht. Die neue Regelung gilt ab sofort, erklärte US-Aussenminister John Kerry in London.

Ein Mann redet, im Hintergrund ein Kronleuchter

Bildlegende: Kerry: «Ungerechte und unfaire Barriere» eingerissen. Keystone/Archiv

Es werde zwischen Visums-Bewerbungen von Homo und Hetero-Paaren ab sofort kein Unterschied mehr gemacht, erklärte Kerry bei einem Treffen mit Botschaftsmitarbeitern.

Letztlich sei jede legal geschlossene Ehe für die US-Einwanderungsbehörden gültig. Die Regelung gelte für alle weltweit 222 Bearbeitungsstellen. Eine «ungerechte und unfaire Barriere» werde eingerissen, die gleichgeschlechtlichen Familien Reisen in die USA lange erschwert habe, sagte Kerry. Die Mitarbeiter der Konsularabteilung in London würden Geschichte schreiben, wenn sie bald die ersten US-Visa für Homo-Ehepaare ausstellten.

Dem Obersten Gericht gefolgt

Die Ankündigung Kerrys folgt auf ein Urteil des Obersten Gerichtshof der USA. Dieser hatte die Rechte von Schwulen und Lesben in einem Grundsatzurteil Ende Juni massiv gestärkt. Homosexuelle Ehepaare haben danach künftig die gleichen Rechtsansprüche auf staatliche Leistungen wie heterosexuelle Ehepaare.

US-Präsident Barack Obama hatte sich vor rund einem Jahr nach langem Zögern als Verfechter der Homo-Ehe positioniert und das Urteil des Supreme Court begrüsst.

Schwule und Lesben können bislang in zwölf US-Staaten, der Hauptstadt Washington und bald wieder in Kalifornien legal heiraten. In 29 der 50 Bundesstaaten ist die gleichgeschlechtliche Ehe hingegen strikt verboten.