Vogelgrippe-Erreger auf dem Vormarsch

H7N9 ist auf weiteren Märkten in der chinesischen Millionenstadt Shanghai entdeckt worden. Die Behörden haben nun die Einfuhr von Geflügel in die Stadt verboten.

Mann vor Vogelkäfig.

Bildlegende: Die Virentypen können offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Keystone

In der ostchinesischen Stadt Nanjing wurde am
Samstag der gesamte Handel mit Geflügel untersagt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Virus H7N9 war am Freitag auf zwei Märkten mit landwirtschaftlichen Produkten im Bezirk Minhang in Shanghai gefunden worden, hiess es. Ganz in der Nähe liegt der Geflügelmarkt Huhuai. Dort waren in dieser Woche bereits 20'000 Tiere getötet worden, nachdem Tauben mit dem Virus infiziert worden waren.

Das Virus wurde auch bei 16 Menschen in Ostchina nachgewiesen, sechs von ihnen starben. Erste Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deuten darauf hin, dass sich der neue Erreger mit den antiviralen Medikamenten Tamiflu von Roche und Relenza von GlaxoSmithKline behandeln lässt.

H7N9 ist nicht der einzige Vogelgrippe-Erreger: So gab es wegen des aggressiven H5N1-Virus vor einigen Jahren die Sorge, dass es zu einer weltweiten Epidemie kommen könnte. Beide Virentypen können aber offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.


Wie gefährlich ist H7N9?

5:08 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.04.2013

Aus Angst vor einer Grippe-Epidemie verkauften am Freitag dennoch viele Investoren Aktien von Fluggesellschaften: Air China, China Southern und China Eastern stürzten um knapp zehn Prozent ab. Vor rund zehn Jahren stürzte der Ausbruch der Lungenkrankheit Sars die Branche in eine Krise. Damals wurden weltweit 8000 Infektionen gezählt.