Vogelgrippe in China: Keine Übertragung von Mensch zu Mensch

In China haben sich seit Jahresbeginn über 100 Menschen mit dem Vogelgrippe-Virus H7N9 angesteckt. 26 sind daran gestorben. Die chinesischen Behörden haben darauf reagiert: Zehntausende Tiere wurden notgeschlachtet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht feststellbar.

Das neue Virus H7N9 ist bereits seit März 2013 bekannt. Allerdings seien jetzt fast ein Jahr lang keine Krankheitsfälle mehr aufgetreten, sagt Christian Griot, Direktor am Institut für Virologie und Immunologie im Bernischen Mittelhäusern.

Erst in den letzten Wochen habe es wieder vermehrt Meldungen gegeben, wonach Menschen angesteckt worden seien. Man versuche jetzt herauszufinden, wo diese angesteckt wurden, so Griot zu Radio SRF.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung unwahrscheinlich

Die Gefahr gehe im Moment allerdings nur vom Nutzgeflügel aus. Dabei müsse sich das Virus beim Huhn nicht unbedingt als Krankheit bemerkbar machen – es könne auch vor sich her schlummern und dann auf die Menschen überspringen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei bei H7N9 bislang nicht festgestellt worden. Das Virus zeige sich auch eher stabil – somit werde es eine Ansteckung von Mensch zu Mensch voraussichtlich in absehbarer Zeit auch nicht geben. «Auszuschliessen ist das aber nicht», betont Griot.

Auch dass das Virus bald nach Europa gelangt, glaubt Griot nicht. In den Jahren 2006 und 2007 sei das Virus H5N1 über Zugvögel nach Europa gelangt. Darauf gebe es jetzt keine Hinweise.

Folge: Schwere Lungenentzündung

Drei neue Todesfälle haben die Zahl der Toten durch das Vogelgrippe-Virus H7N9 in China seit Jahresanfang auf 26 steigen lassen. Seit Anfang Januar sind mehr als 110 Ansteckungsfälle bekanntgeworden. Die Gesundheitsämter rieten Bürgern, bei Fieber umgehend ein Spital aufzusuchen, wenn sie vorher Kontakt zu lebenden Vögeln hatten.

Die Vogelgrippe H7N9 ist vor knapp einem Jahr zum ersten Mal bei Menschen in China nachgewiesen. Mit H und N werden die Eiweisse der Virushülle – Hämagglutinin und Neuraminidase – abgekürzt. Normalerweise infizieren sich Vögel mit dieser Virenkombination.

Beim Menschen wurden bisher zwar auch Infektionen aus der Untergruppe H7 nachgewiesen – im März allerdings erstmals in der Kombination mit N9. Eine Ansteckung kann unter anderem zu schweren Lungenentzündungen führen.