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International Von nuklearer Abrüstung weit entfernt

Die Zahl der Atombomben ist auch im letzten Jahr gesunken. Die Sprengkraft der übrig gebliebenen Nuklearwaffen aber steigt stetig. Der Jahresbericht des Friedensforschungsinstituts Sipri zeigt: Keine Atommacht will wirklich abrüsten.

Ein schwarzes U-Boot mit dem Namenszug «Le Terrible» und zwei französischen Flaggen stehen hinter Abschrankungen.
Legende: Frankreich stellte 2008 sein neues Atom-U-Boot «Der Schreckliche» vor. Keystone

Auf der ganzen Welt befinden sich rund 4000 Atomwaffen in Alarmbereitschaft. Sie könnten also in kürzester Frist abgefeuert werden. Weitere 12‘300 sind in der Reserve. Die ganze Welt liesse sich mit diesem Arsenal gleich hundertfach in Schutt und Asche legen.

USA und Russland bauen stärkere Waffen

Zwar haben die USA und Russland, die mit riesigem Abstand am meisten Atombomben besitzen, in letzter Zeit geringfügig abgerüstet. Das verlangt der New-Start-Abrüstungsvertrag. Die Zahl der weltweit verfügbaren Atomwaffen ist daher im letzten Jahr um rund tausend gesunken, stellt das Friedensforschungsinstitut Sipri fest.

Trotzdem investieren auch Washington und Moskau nicht weniger, sondern gar mehr in ihre Nukleararsenale. Sie bauen nämlich immer modernere, raffiniertere Atomwaffen und Trägersysteme. Allein die USA wollen im Lauf des nächsten Jahrzehnts 350 Milliarden Dollar dafür ausgeben. Die Atomstreitkräfte bleiben von den Sparmassnahmen im restlichen US-Rüstungsbudget verschont.

Inoffizielle Atommächte rüsten auf

Auch die übrigen offiziellen Atommächte China, Grossbritannien und Frankreich lassen keinerlei Willen zu ernsthafter nuklearer Abrüstung erkennen. Obschon das der internationale Atomsperrvertrag verlangt, den sie alle unterzeichnet haben. Und obschon immer mehr Nichtregierungsorganisationen aber auch erfahrene Strategieexperten wegen deren Nutzlosigkeit und Unmenschlichkeit gegen Atombomben kämpfen.

Gar voll auf Aufrüstungskurs sind die inoffiziellen Atommächte Indien, Pakistan und Nordkorea. Israel wartet noch ab, wie es mit dem iranischen Atomprogramm weitergeht.

Es deutet also alles darauf hin, dass Atombomben noch lange Zeit eine Schlüsselrolle in den Verteidigungskonzepten grosser Mächte spielen werden. Das ist ein gefährliches Signal an ambitionierte Regimes, die heute keine solchen Waffen besitzen. Noch nicht.

(aebn;amka)

6 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Weltweit bezahlen Steuerzahler den Regierungen viel Geld damit diese die Möglichkeit schaffen, die Welt hundertfach zu zerstören! Gibt es noch ein Land mit einer moralisch integreren Regierung, oder hat es das nie gegeben? Werden wir nur noch von selbstsüchtigen Machtgeilos regiert? Am besten gründen wir einen Völkerbund und Sperren alle Regierenden auf Zeit Lebens ein.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Jedes Land braucht Atombomben - dann ginge es friedlicher zu und her, weil zB. die USA nicht mehr kurz in ein fremdes Land einmarschieren könnte, welches sich nicht wehren kann. Glaubt ihr, die USA hat einfach so zugeschaut, wie sie von China überholt werden? Die hätten schon längst einen Krieg gegen China angezettelt, um ihre "Vormachtsstellung" zu sichern. Aber dank gegenseitiger nuklearer Bedrohung lassen sie sich in Ruhe.
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    1. Antwort von Michel Koller, Emmenbrücke
      Das stimmt so nicht. Atomwaffen schützen Länder, welche nach einem Erstschlag noch handlungsfähig wären. Dazu gehören unter anderem die USA, China, Russland und Indien. Bei kleinen Staaten steigt mit dem Besitz solcher Waffen die Gefahr eines gewaltigen Erstschlages. Dazu kommt noch der Mangel an geeigneten Trägersystemen. Atomwaffen mögen derzeit den "Frieden" zwischen Grossmächten sichern. Es bleibt jedoch ein gewagtes Spiel.
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    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      D. Dreier. KEIN Land braucht Atombomben, sondern die Fähigkeit zum miteinander reden!!!!!
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  • Kommentar von Alaphia Zoyab, Aarau
    Die Erde einäschern? Wieso nicht? Ist die schnellste Lösung aller offenen Probleme.
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