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International Vor 25 Jahren – die Geburt des geeinten Deutschlands

Am 12. September 1990 wurde in Moskau der «Zwei-plus-Vier-Vertrag» unterzeichnet. Damit wurde die Wiedervereinigung Deutschlands möglich. Treibende Kraft war der damalige deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher. Im Gespräch mit SRF-Korrespondent Adrian Arnold erinnert er sich.

Legende: Video Gedenkfeier zum «Zwei-plus-Vier-Vertrag» abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2015.

Hans-Dietrich Genscher war das aussenpolitische Gewissen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl sowie der subtile Vordenker der deutschen Diplomatie. Das vielleicht wichtigste Dokument zur deutschen Einigung – den «Zwei-plus-Vier-Vertrag» – unterzeichnete Hans-Dietrich Genscher persönlich.

Die Briten und Amerikaner hatte er im Boot. Grosse Bedenken zur deutschen Einigung hätten die Franzosen gehabt, so Genscher. Der damalige französische Präsident François Mitterand habe ihn in der Zeit der Verhandlungen zur Seite genommen und gefragt: «Ich frage Sie, Herr Minister, wird ein vereintes Deutschland den europäischen Weg der jetzigen Bundesrepublik fortsetzen, oder wird es die alten Wege – das Streben nach der Vorherrschaft in Europa – neu beschreiten?» In diesem Fall werde Frankreich die alte Allianz mit Russland neu beleben, habe Mitterand ihm mitgeteilt.

Weil Deutschland zustimmte, sich voll und ganz in Europa einzubinden, brauchte es die alte Allianz wie im ersten Weltkrieg jedoch nicht. Genscher und Kohl mussten aber auch die politisch und wirtschaftlich angeschlagene Sowjetunion überzeugen. Sie boten Kremlchef Michael Gorbatschow eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem geeinten Deutschland an. «So kam es, dass am Ende Gorbatschow erkannt hat, welche Vorteile auch für Russland in einem geeinten Deutschland liegen.»

Nicht Macht, sondern Verantwortung

Drei Wochen nach der Unterzeichnung feierte Deutschland die Wiedervereinigung. Und ist heute – 25 Jahre danach – wirtschaftlich und politisch führend in Europa. Eine Rolle die nicht auf Macht, sondern auf Verantwortungspolitik basieren müsse, so Genscher.

«Wir sind heute dort angekommen, wo wir eigentlich immer hätten sein müssen: in der Mitte Europas, als Verbindung», sagt Genscher. «Das sind die Massstäbe, die wir an unsere eigene Politik legen müssen. Und ich denke, es sind noch die Massstäbe, die unsere Nachbarn zu Recht an uns legen.» Massstäbe die Genscher vor 25 Jahren mit vorgegeben hat.

Deutsche Einheit

Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 lag die deutsche Einheit in greifbarer Nähe. Doch es brauchte noch die Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Am 12.09.1990 unterzeichneten die Siegermächte (USA, UdSSR, Frankreich und Grossbritannnien) und die zwei deutschen Staaten den «Zwei-plus-Vier-Vertrag».

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4 Kommentare

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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    An der Vergangenheit eines Staates man kann die Zukunft ohne weiteres feststellen und nach den vielen neuesten Indizien der engen Zusammenarbeit in der NWO man kann mit Leichtigkeit Aussagen dass Deutschland wird immer ein Sicherheitsfaktor und zerstörender Faktor sein, innerhalb Europas :-) Deutschland zu überwachen und nicht weiter Einfluss nehmen zu lassen im Europa ist dringend nötig für die Stabilität und Frieden Europas :-)
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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Viele europäische Politiker und Analysten haben darauf hingewiesen, statt der Förderung der europäischen Einheit und einer kontinentalen Stabilität dass in Deutschland Aktionen seit dem Fall der B. Mauer wurden weitgehend eigennützig und häufig destabilisierend innerhalb Europas :-) Die Hunderttausenden von Menschen die getötet, verstümmelt, obdachlos geworden sind und verwandelten sich in Flüchtlinge im ehemaligen Jugoslawien zeugen von Deutschlands offensichtlich Agenda auf dem Balkan :-)
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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Viele schöne Worte aber hinter den Kulissen es wird in Europa weiterhin ausspioniert, Drohnen werden weiterhin den Tot auf Hochzeiten bringen, Kriege werden weiterhin finanziert, Waffen werden weiterhin produziert und exportiert, weiterhin mehr von EU Ländern werden zerstört und aufgekauft, EU Sanktionen werden bleiben so lange wie es nur geht oder bis eine bessere Krise sie ablösen kann, es wird weiter an der Neuen Welt Ordnung gearbeitet :-) 25 Jahre mehr überlebt Europa die D Politik nicht!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Der leidgeprüften Bevölkerung der DDR ging es um Freiheit und wirtschaftlichen Wohlstand. In diesem Kontext müssen sie die Wiedervereinigung sehen.
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