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China: Volkskongress mit 3000 Parteimitgliedern
Aus Echo der Zeit vom 19.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:03 Minuten.
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Vor dem Volkskongress China will Normalität zelebrieren – trotz Coronakrise

Der Nationale Volkskongress ist in China das wichtigste politische Ereignis des Jahres. Eigentlich hätte er im März stattfinden sollen, wurde aber wegen des Coronavirus um zwei Monate verschoben.

Musik erklingt jeweils in der Grossen Halle des Volkes in Peking, wenn knapp 3000 Delegierte zusammen mit der Staats- und Parteiführung die chinesische Nationalhymne anstimmen. Die Zuschauertribünen sind dann auch voller ausländischer Medienvertreter, die dem Spektakel beiwohnen.

Doch dieses Jahr müssen die meisten Journalistinnen und Journalisten den Auftakt wohl vor dem Bildschirm verfolgen. Zutritt haben voraussichtlich nur wenige ausgewählte Medienvertreter. Genau beobachten wird den Volkskongress auch Yang Dali. Der chinesische Politikwissenschaftler forscht und lehrt an der Universität von Chicago. Nach der Viruskrise wolle die Führung mit dem Volkskongress eine gewisse Normalität zeigen, sagt er.

Händeschütteln ausgeschlossen

«Wenn sie wirklich wollten, könnten sie auch auf ihn verzichten. Denn vieles, was auf dem Kongress passiert, wird nicht dort entschieden», sagt Yang Dali. «Ich denke, die Führung will vor allem zeigen, dass sie eine solche Veranstaltung durchführen kann. Die Form ist in diesem Fall der Inhalt.»

Yang Dali
Legende: «Die Form ist der Inhalt», sagt Yang Dali von der Universität von Chicago über den Volkskongress. imago images

Obwohl vieles vorgegeben ist und die Delegierten die Politik der Regierung durchwinken, gebe es an Volkskongressen auch Diskussionen, sagt Yang Dali. «In den letzten Jahren hat man deutlich gesehen, dass es gewisse Meinungsverschiedenheiten gab, dass bestimmte Leute nicht miteinander auskamen und sich zum Beispiel nicht die Hand gaben.»

Keine Party für die Teilnehmer

Dieses Jahr werden sie sich allerdings ohnehin nicht die Hand geben, das macht die Beobachtung schwieriger. Klar ist: Der diesjährige Volkskongress steht im Zeichen der Krisenbewältigung. Vorsichtig seien die Delegierten in jedem Fall, so Yang Dali: «Einerseits wollen sie feiern. Andererseits können sie dies nicht wirklich, weil es immer noch Ausbrüche gibt und auch der Rest der Welt noch unter der Pandemie leidet – zumal diese ja in Wuhan begann.»

Chinas Umgang mit der Krise steht international in der Kritik. Insbesondere die USA werfen Peking Vertuschung vor. Die chinesische Regierung wird die Berichterstattung über den Volkskongress in diesem Jahr – mitten in der Coronaviruskrise – also erst recht im Griff haben.

Video
China vor dem Volkskongress
Aus Tagesschau vom 21.05.2020.
abspielen

Info 3, 19.05.2020, 17 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Fabian Sarbach  (F. Sarbach)
    China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde, die älteste Hochkultur und wurde vom Westen brutal niedergeknüppelt (Opiumkriege). Ich fände einen gewissen Respekt angebracht statt diese ewige Besserwisserei in unseren Medien.
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    1. Antwort von Melchior Walcher  (melchiorwalcher)
      Beängstigend ist sogleich aber, dass sich die grösste Bevölkerung so herum dirigieren und unterjochen lässt. Mir persönlich macht das Angst. Die älteste Hochkultur ist es nicht. Aber wenn schon, auch das bedeutet nicht, das sie den Vorsprung immer haben. Siehe Ägypten. China ist auch nicht nur Opfer. Das ist einfach zu beschönigend. Ausserdem finde ich gar nicht wo dieser fehlende Respekt und die Besserwisserei in dem Artikel zu finden sind. China wird viel zuwenig kritisiert!
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  • Kommentar von Yves Juillard  (Yves Juillard)
    Ich empfinde die Repportagen von SRF als billig. Vor Corona war das für mich noch viel angenehmer mich hier zu tummeln.
    Die Chinesen machen den Westen total schlecht (Direkte Quelle zu China) und die SRF's halten wohl gerade auf schwachem Niveau dagegen. Toll! ich konzentrier mich auf die Artikel weiter unten, nach dem Corona Quatsch. Ok, viel gibts im Moment nicht, ich hoffe auf bessere Zeiten.
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    1. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      Ihr Hinweis stimmt. Ich habe viele Jahre in China gelebt und oberste Direktive seit Mao ist es, den Westen nicht nur zu untergraben, sondern auch das Wissen massiv abzufassen. Wir Europäer und Schweizer tun gut daran, zu unseren Wurzeln zurückzukehren und die westliche Allianz aufleben zu lassen. China soll Partner durchaus bleiben; aber keinesfalls der unsere Märkte Dominierende. Der Aufkauf der hiesigen Industriezweige durch Chinesen, gerade jetzt, ist besorgniserregend.
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  • Kommentar von Ursula Frauchiger  (frauchiger)
    "China will Normalität zelebrieren" - was für ein tendenziöser Titel. Völlig unnötig.
    Wenn das Schweizer Parlament wieder tagt, wenn europäische Parlamente wieder zusammenkommen, steht nichts von "zelebrieren", dann wird einfach die Arbeit wieder aufgenommen.
    Der Vertuschungsvorwurf der USA dient in erster Linie dazu, vom eigenen Versagen abzulenken.
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    1. Antwort von Remo Tschanz  (remotschanz)
      Ist es nicht erstaunlich, dass trotz eines politisch völlig anderen Systems man weder der amerikanischennoch der chinesischen Regierung trauen kann... Lügen und Augenwischereien gehören aus unterschiedlichsten Gründen auf beiden Seiten zum Programm. Andererseits: Wer Macht hat, gibt diese nicht gerne ab.
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