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Vor den Wahlen in Alabama Stargast ist nicht der Kandidat – sondern Trainer Bannon

Legende: Audio Bereits in vier Tagen wählt Alabama abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
1:56 min, aus HeuteMorgen vom 08.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wahlkampf in Alabama ist aufgeheizt, seit mehrere Frauen gegen den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore aussagten, sie seien als Minderjährige von ihm belästigt worden.
  • Alabama wählt in vier Tagen; die Politprominenz reist an, um dem angeschlagenen Kandidaten den Rücken zu stärken – zum Beispiel der ehemalige Chefberater im Weissen Haus, Steve Bannon.
  • Für Bannon sind die Wahlen eine Plattform für seine nationalkonservative Bewegung.

Der republikanische Senatskandidat Roy Moore wirkt ungebrochen, sagen ihm die letzten Umfragen doch wieder einen ansehnlichen Vorsprung gegenüber seinem demokratischen Opponenten Doug Jones voraus. Abtreibungen und Transsexualität – das sind seine liebsten Zielscheiben.

Aber an diesem Wahlanlass ist der Stargast nicht der Kandidat, sondern sein Trainer Steve Bannon. «Er ist mein Held; ich rechne es ihm hoch an, dass er uns hier unten besucht», sagt Moore. Bannon spielt eine Riesenrolle in diesem Wahlkampf. Er weiss, wie es in Washington politisch zu und her geht.

Er ist mein Held; ich rechne es ihm hoch an, dass er uns hier unten besucht.
Autor: Roy MooreRepublikanischer Senatskandidat

Bannon hat Moore in den Vorwahlen für den Senatssitz von Alabama zum Sieg verholfen. Und: Trotz allen Anschuldigungen der Pädophilie bleibt der ehemalige Richter und Evangelikale Moore Bannons Kandidat.

«Es war eine Falle, eine orchestrierte Aktion. Das wissen die Leute hier in Alabama», sagt Bannon. Und schliesslich beginnt er mit einem Rundumschlag gegen das republikanische Establishment. Er verhöhnt den Parteisponsor Mitt Romney als Feigling. Und er macht sich über den Senatsführer der Republikaner, Mitch McConnell, lustig.

Es war eine Falle, eine orchestrierte Aktion. Das wissen die Leute hier in Alabama.
Autor: Steve BannonEhemaliger Chefberater im Weissen Haus

Bannon hofft, seinem ersten Sprengkandidaten zum Senatssitz in Alabama zu verhelfen; ein Testlauf für die Kongresswahlen kommendes Jahr. Er will aus der republikanischen Partei eine nationalkonservative Bewegung machen – ganz nach dem Zuschnitt seines ehemaligen Chefs Donald Trump.

Die Moore-Wähler in Alabama sind jedenfalls auf Kurs. Eine Neuorientierung sei dringend vonnöten, sagt ein Ex-Militär: «Das Rückgrat der USA ist die arbeitende Klasse, nicht die Eliten.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Alabama ist ein eher rückständiger Staat der USA. In gesellschaftlicher Entwicklung sind sie gewiss kein Vorbild. In vielen Aspekten ist man vor dem US-Bürgerkrieg des vorletzten Jahrhundert stehen geblieben. Zum Nachteil der meisten nichtweissen Ethnien und auch der weissen Bevölkerung. Da passt ein Mann wie Bannon wie die Faust aufs Auge. Ein Heuchler und erzkonservativ. Man fühlt sich an die katholische Kirche früherer Jahre erinnert. Wahrlich ein schlechtes Zeichen.
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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    Die amerikanische Gesellschaft und Politlandschaft zeigt momentan exemplarisch das Grundproblem fast aller nominelln Demokratien weltweit: Unangenehme Wahrheiten lassen sich ignoranten,nach Identität und seelischen,verblendeten Wohlfühloasen lechzenden Wählern nicht verkaufen. Verblendete `moralische` Wähler mit eindimensionalen Wertesystemen werden immer reaktionär und trotzig auf unangenehme, anderslautende Wahrheiten reagieren. Bigotterie par Excellance. Die politische Bildung fehlt komplett.
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  • Kommentar von Samuel Röthlisberger (S.Roethlisberger)
    Es ist immer interessant, wenn Republikaner über die Arbeiterklasse machen, da sie wenig für sie tun. In den USA las ich mal den folgenden Spruch: Die Republikaner lieben die Armen - Darum möchten sie gerne mehr haben.
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