Vor Gesprächen mit Taliban: Tödliche Anschläge in Afghanistan

Für die kommende Woche hat die Regierung in Kabul Friedensverhandlungen mit der islamistischen Terrormiliz angesetzt. Diese stehen jedoch unter schlechten Vorzeichen. Gleich zwei Anschläge im Land haben heute dutzende Todesopfer gefordert. Verantwortlich dafür sind angeblich die Taliban.

Bei zwei Selbstmordanschlägen in Afghanistan sind heute Samstag dutzende Menschen getötet worden. Darunter ist auch ein Stammesältester, der gegen die Taliban auftrat. Die meisten Opfer waren Zivilisten.

Ein Anschlag vor dem Verteidigunsministerium in Kabul

Die Taliban bekannten sich zum einen Anschlag vor dem Verteidigungsministerium am Samstagnachmittag. Der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid, sprach von mindestens neun Toten, der Sprecher des Verteidigungsministeriums gar von 12 Toten. Unter ihnen seien zwei Soldaten.

Afghanische Sicherheitsleute sichern den Ort, an dem dem der Anschlag geschah.

Bildlegende: Afghanische Sicherheitsleute sichern den Ort, an dem der Anschlag in Kabul geschah. Keystone

Die Zahl der Verwundeten schwankte zwischen neun und 13. Ein Selbstmordattentäter habe seine Sprengstoffweste vor dem Eingang des Ministeriums gezündet, sagte Polizeisprecher Mudschahid.

Talibansprecher Zabiullah Mudschahid meldete per Twitter 23 getötete Soldaten. Die Taliban sind indes für übertriebene Erfolgsmeldungen bekannt.

Ein Anschlag nahe einem Markt in Asadabad

Am Morgen hatte in Asadabad, der Hauptstadt der Provinz Kunar, ein unbekannter Attentäter bei einem Anschlag auf einen Stammesältesten 13 Menschen getötet. Laut einem Bericht der «New York Times» hatte der Stammesälteste, Hadschi Khan Dschan, einen Aufstand gegen die örtlichen Taliban organisiert. Er sei unter den Toten.

In der kommenden Woche will die afghanische Regierung mit Unterstützung Pakistans, Chinas und der USA direkte Friedensgespräche mit den Taliban beginnen. Die Taliban hatten diese bisher abgelehnt.