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International Vorerst keine weiteren Rückführungen in die Türkei

200 Flüchtlinge wurden am Montag von Griechenland in die Türkei zurückgebracht. Vorübergehend herrscht nun in den Häfen der griechischen Inseln Lesbos und Chios wieder Ruhe. Da erst massenhaft Asylanträge bearbeitet werden müssen, dürfte es in den nächsten Tagen keine weiteren Abschiebungen geben.

Flüchtlingscamp auf Lesbos.
Legende: Gegen 3000 Migranten und Flüchtlinge leben derzeit im Lager Moira auf Lesbos. Eine Mehrheit hat Asylanträge gestellt. Keystone

Auch am heutigen Dienstag fanden sich in den Häfen der griechischen Inseln Lesbos und Chios zahlreiche Medienleute ein – zu berichten gab es indes wenig. «Offenbar wird es heute keine neuen Rückführungen geben», so ein Journalist des Staatsfernsehens (ERT) von der Insel Chios. Dies gelte auch für die Insel Lesbos, sagte eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Regionalgouverneurin der Inseln im Norden der Ägäis, Christiana Kalogirou, führte dies auf ein verändertes Verhalten der Flüchtlinge zurück. Fast alle hätten nun Asylanträge gestellt, erklärte sie im Staatsfernsehen. Zuvor hatten die Menschen meist nur nach Mitteleuropa weiterreisen wollen und auf Asylanträge verzichtet.

Es werde mehrere Tage dauern, bis die Asylanträge im Schnellverfahren bearbeitet seien, sagte Kalogirou. Erst dann könnten Menschen, deren Anträge abgelehnt wurden, in die Türkei ausgewiesen werden. Zudem fehlten weiterhin Beamte der EU, die bei der Bearbeitung der Asylanträge Unterstützung leisten, hiess es.

Am Vortag waren im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspakts 202 Migranten von den beiden griechischen Ostägäisinseln in die Türkei gebracht worden. Sie hatten nach griechischen Regierungsangaben keinen Asylantrag gestellt.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Balmer (W. Balmer)
    "Es werde mehrere Tage dauern, bis die Asylanträge im Schnellverfahren bearbeitet seien, sagte Kalogirou". Es würde mich vor der Abstimmung im Juni bei uns sehr interessieren, ob die EU Staaten den Asylanten auch einen Gratisanwalt stellen, wenn diese einen negativen Asylentscheid erhalten. Eine saubere Recherche zu diesem Thema wäre eine Reportage wert, liebes SRF-Team.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Es wird sich zeigen, wie sich die Situation nach dem Türkei-Deal weiter entwickelt. Das System wirkt allerdings ziemlich fragwürdig: Die Türkei steuert künftig über die Zahl der Flüchtlinge, die sie nach Europa einfallen lässt, nach der 1:1 Regelung die Zahl der Flüchtlinge, die die EU der Türkei abnehmen muss. Wie viele solche Flüchtlinge die EU allerdings tatsächlich aufnimmt, hängt davon ab, wieviele EU-Staaten sich freiwillig bereiterklären, wieviele Flüchtlinge sie breit sind aufzunehmen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Die meisten haben dazu schon erklärt: Wenige bis gar keine. Es ist jetzt schon klar, das dieses System keine nachhaltige Lösung ist.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    200(!) wurden zurück gewiesen. Die restlichen 100'000 Gestrandeten machen der EU eine lange Nase und stellen einfach einen Lastminute Asylantrag. Dann dürfen sie in Griechenland bleiben, und Griechenland ist ja in der EU. Von dort gelangen sie dann früher oder später doch noch ins gelobte Deutschland oder in die Schweiz, die noch viel Geld zum Verteilen hätte. Freuen tut's den Erdogan, der kassiert auf jeden Fall.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Gibt es nicht noch die Hoffnung, dass viele Asylanträge von Migranten abgelehnt werden können. Ansonsten ganz schön clever, in letzter Minute Asylantrag zu stellen. Aber sicher wurde damit gerechnet, sollten sie nicht zu stark auf den Kopf gefallen zu sein. Der nächste Schritt ist ja schon im Anzug: Afrika lässt grüssen. Da sollte schnellstens gehandelt werden, gebe esdas Wort ...sollte... nicht !.
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