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Vorwahlen für den Kongress Frauen wollen die US-Politik durchschütteln

Wenn es darum geht, die Mehrheitsverhältnisse zwischen Demokraten und Republikanern bei den US-Kongresswahlen im November zu ändern, werden Frauen eine entscheidende Rolle spielen.

Legende: Audio USA: Frauen haben Gewicht in den Midterm-Elections abspielen. Laufzeit 2:12 Minuten.
2:12 min, aus HeuteMorgen vom 12.03.2018.

50 Frauen kandidieren in Texas fürs Repräsentantenhaus. Die Hälfte von ihnen hat die Vorwahlen letzte Woche gewonnen oder einen zweiten Wahlgang erreicht – das hat es in Texas noch nie gegeben.

Wir Frauen wollen endlich in Washington genügend vertreten sein.
Autor: Lizzie Pannill FletcherOffizielle Kandidatin der Demokraten in Houston

«Es geht nicht um mich», sagt Lizzie Pannill Fletcher, die offizielle Kandidatin der Demokraten in Houston, «es geht um uns alle. Wir Frauen wollen endlich in Washington genügend vertreten sein.». Laura Moser, die Sprengkandidatin des linken Flügels, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Pannill Fletcher. Sie sagt siegessicher: «Wir haben den Enthusiasmus auf unserer Seite, und wir werden gewinnen.»

Eine Anhängerin der Demokraten schaut auf ihr Handy
Legende: Das Interesse der Frauen, aktiv in der Politik mitzumischen, ist in den USA gestiegen. Keystone

Beide Frauen haben dasselbe Ziel. Sie wollen dem republikanischen Bisherigen im Kongress den Sitz abzujagen. Die Chancen dafür sind in der wachsenden Agglomeration von Houston, wo sich viele gut Ausgebildete angesiedelt haben, intakt.

Legende:
Frauen im US-Kongress Zwischen 1973 und 2018 ist der Frauenanteil von 3 auf 19,8 Prozent gestiegen. Zentrum für Frauen und Politik der Rutgers Universität

Rekordzahl an Kandidatinnen

Das Beispiel Houston steht für viele Wahlbezirke in den USA. Fast 400 Frauen kandidieren insgesamt für das Repräsentantenhaus, 26'000 interessieren sich aktiv für ein politisches Amt.

Eine Rekordzahl, sagt Debbie Walsh vom Zentrum für Frauen und Politik der Rutgers Universität: «Es hat sich eine Dynamik aufgebaut, als Antwort auf die Wahl von Donald Trump und in der Folge der MeToo-Bewegung.» Das überraschte selbst die Politologin.

Es hat sich eine Dynamik aufgebaut, als Antwort auf die Wahl von Donald Trump und in der Folge der MeToo-Bewegung.
Autor: Debbie WalshZentrum für Frauen und Politik der Rutgers Universität

Sie hatte erwartet, dass die Niederlage von Hillary Clinton abschreckend auf potentielle Kandidatinnen wirken würde. Doch das Gegenteil ist geschehen – und zwar in einem solchen Ausmass, dass nun in manchen Distrikten gleich mehrere Frauen um eine Kandidatur kämpfen. «Diese Frauen sind Neulinge in der Politwelt und sie schütteln diese tüchtig durch», sagte Walsh.

Frauen stehen bei den Vorwahlen in Houston Schlange
Legende: Wählerinnen werden für die Mehrheitsverhältnisse im Kongress entscheidend sein. Keystone

Frauen prägen aber nicht nur als Kandidatinnen die kommenden Midterm-Wahlen. Auch die Wählerinnen würden in diesem Jahr eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, im Repräsentantenhaus oder im Senat die Mehrheitsverhältnisse zwischen Demokraten und Republikanern – und zwischen Männern und Frauen – zu ändern.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ich bin froh, das die Frauen an die Macht kommen. Auch in Winterthur wird es bald so weit sein. Denn erst dann können wir über die Schattenseiten des weiblichen Wirtschaten/Politisieren reden. Erst dann können wir einen ausgewogenen Polotik machen, doch dieser Erkenntnisprozess dauert noch etwas. Nur ein Mensch der ausgewogen ist kann wirkliche, Gesamtgesellschaftliche Politik machen. Doch leider fehlt noch das Angebot.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Frau/Herr Siefert/Waeden Es geht nicht darum, ob Frauen die besseren Menschen oder besseren Politikerinnen sind, es geht zuerst einfach mal ganz prosaisch und nummerisch, Frauen machen Zirka 50-51% der Menschen aus => dass diese Gruppe, die die grösste 'Minderheit' der Welt ist, sollte in jedem Land, dass sich halbwegs demokratisch meint, angemessen vertreten sein. Denn der Vater aller -ismüsser ist der Sexismus.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Die Frage ist halt einfach ob nur Frauen eine Frau angemessen vertreten können oder nicht. Ich für meinen Teil würde dies bestreiten und eine Vielzahl von Frauen offensichtlich auch, sonst müsste es ja jetzt schon viel mehr Frauen in der Politik geben.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Und weshalb wählt dann diese grösste "Minderheit", überall dort, wo sie es können nicht ausschliesslich Frauen in die Politik? So betrachtet müssten ja dann Frauen schon längst in der Überzahl sein. Und in keiner Demokratie werden Frauen daran gehindert, sich auf eine Wahlliste zu setzen & "Eigenwerbung" zu machen, damit sie gewählt werden. Aber eher halt Fakt ist, dass Frauen untereinander ganz schön biestig werden können & Mitkonkurrenz auch gerne mal "wegbeisst". Gutes Beispiel die Kanzlerin.
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      ... Die Antwort darauf meine Herren ist kurzgefasst, dass mehrere tausend Jahre patriarchale Konditionierung auch an den Frauen nicht spurlos vorbei gehen .... Eine der wesentlichsten Überlebensstratgeien bei Minderheiten ist, dass sie sich nach dem 'oben' orientieren und sich untereinander atomisieren lassen ....
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    4. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Frauen sind aber die Mehr-, nicht die Minderheit Liebe Antigone.
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    5. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Mr.FoxDaniel, Frauen sind numerisch die Mehrheit, de Jure e de Facto eine Minderheit innerhalb patriarchalen Systeme....
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Sturm im "me-too"-Wasserglas.
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