Vorwürfe gegen Spaniens Regierungschef Rajoy «riesiger Unsinn»

Seine konservative Partei PP soll illegale Spenden kassiert haben. Der frühere Schatzmeister droht die Regierung zu stürzen. Die Regierung bestreitet alles.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy steht am Rendnerpult, dahinter ist er auf einem Bildschirm zu sehen.

Bildlegende: Die Partei von Spaniens Ministerpräsident Rajoy sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Keystone

Im Schmiergeldskandal um die spanische Regierungspartei PP hat der frühere Schatzmeister, Luis Bárcenas, illegale Finanzierungen zugegeben. Die konservative Partei von Ministerpräsident Mariano Rajoy habe 20 Jahre lang Spenden in bar erhalten, und nicht deklariert.

Im Gegenzug habe sie Baulizenzen und Aufträge vergeben, sagte Bárcenas gegenüber der Zeitung «El Mundo». Führende Mitglieder der spanischen Regierungspartei stehen im Verdacht, jahrelang Schwarzgelder angenommen zu haben, darunter auch Ministerpräsident Rajoy.

Der Regierungschef und andere Parteimitglieder weisen alle Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien «vollkommen falsch» und «ein riesiger Unsinn», versicherte die PP-Generalsekretärin.

Bárcenas war zwischen 1991 und 2010 für die Finanzen der PP verantwortlich. Er steht im Verdacht, auf Auslandskonten 48,2 Millionen Euro versteckt zu haben. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Genfer Staatsanwaltschaft Schweizer Bankkonten von Bárcenas sperren liess.