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International Waffen in der Ukraine ruhen offenbar

Nach monatelangen Kämpfen in der Ostukraine haben sich Kiew und die pro-russischen Separatisten auf eine Waffenruhe geeinigt. Seit 17 Uhr gibt es kaum mehr Kampfhandlungen. Zumindest rund um die Stadt Mariupol, berichtet SRF-Korrespondent Christof Franzen aus der Hafenstadt.

Soldat raucht Zigarette
Legende: Pause für die ukrainischen Soldaten. Ab 17 Uhr gilt in der Ukraine die Waffenruhe. Keystone

Es handelt sich um die erste von beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe. Sie gilt seit Freitagabend 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MESZ) an. Der ukrainische Präsident Poroschenko wies seine Truppen an, ab diesem Zeitpunkt das Feuer einzustellen.

Beim Treffen der Kontaktgruppe in der weissrussischen Hauptstadt Minsk «wurde ein vorläufiges Protokoll für eine Einstellung des Feuers unterzeichnet», wie Petro Poroschenko mitteilte. «Die ganze Ukraine strebt nach Frieden – einschliesslich der Millionen Bewohner des Donbass.»

Vereinbart wurde in Minsk russischen Agenturen zufolge ein aus zwölf Punkten bestehendes Protokoll: Darin einigten sich beide Seiten auch auf einen Austausch von Gefangenen und auf eine Kontrolle der Feuerpause durch Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Auch Separatistenführer Andrej Sachartschenko im ostukrainischen Donezk ordnete eine Feuerpause an. Die Einigung bedeute aber nicht, dass die Aufständischen ihr Ziel einer Abspaltung von der Ukraine aufgäben, sagte ein Separatistenführer in Lugansk russischen Agenturen zufolge.

Bis die Waffen wirklich ruhen, kann es dauern

Experten gehen dennoch davon aus, dass angesichts komplizierter Befehlsketten auf beiden Seiten des Konflikts eine Umsetzung der Waffenruhe nicht einfach werden könnte. In der Konfliktregion kam es ungeachtet der Gespräche in Minsk zu neuer Gewalt mit Toten und Verletzten.

Gemäss SRF-Korrespondent Christof Franzen blieb zumindest rund um die Stadt Mariupol das Grollen der schweren Artillerie-Geschütze am Abend aus. Auch ukrainische Soldaten am Stadtrand zeigten sich zuversichtlich, dass der Waffenstillstand mindestens heute Abend halten sollte. Twitter-Meldungen von lokalen Journalisten und Beobachtern würden zudem nicht auf grössere Verstösse gegen die Waffenruhe hinweisen, sagte Franzen der «Tagesschau».

Legende: Video Einschätzungen der SRF-Korrespondenten Gysling und Franzen abspielen. Laufzeit 03:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2014.

Dennoch könne man im Moment nur schwer sagen, wie es in den anderen Kampfregionen der Ukraine aussehe. Ein Kontakt zu den Separatisten sei heute wegen der Kampfhandlungen in Mariupol gar nicht möglich gewesen.

Weil die Menschen hier diese Waffenruhe wollten, könnte sie Bestand haben. «Die Bevölkerung will einfach Frieden. Die politischen Forderungen sind weit in den Hintergrund gerückt.» Problematischer ist die Tatsache, dass in Minsk nicht über den politischen Status der besetzen Gebiete gesprochen wurde. «Hier ist noch viel Konfliktpotential vorhanden. Leider auch für militärische Konflikte.»

Zuversicht kommt aus diplomatischen Kreisen, sagt Christof Franzen. «Die Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini spricht von einem Durchbruch. Sie hat selbst an den Verhandlungen in Minsk teilgenommen und glaubt, dass beiden Parteien an einer Lösung des Konflikts ernsthaft interessiert sind.»

Putins Vorschlag umgesetzt

Zur Kontaktgruppe die die Waffenruhe ausgehandelt hat, gehören Vertreter der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die ukrainische Führung hatte zuvor lange Zeit Verhandlungen mit den von Russland unterstützten Separatisten abgelehnt. Diskutiert wurde in Minsk zudem eine weitreichende Kontrolle der Feuerpause durch OSZE-Beobachter. Dies hatte Kremlchef Wladimir Putin vorgeschlagen.

Gespräche über den künftigen Status des Konfliktgebiets Donbass soll es nach Darstellung von Verhandlungsteilnehmern erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Obama bleibt skeptisch

Ob die Entspannung in der Ostukraine hält, ist unklar. Gemäss US-Präsident Obama wird die Umsetzung der Waffenruhe Zeit brauchen. Er sei hoffnungsvoll, aber auch skeptisch, ob sie erfolgreich sein werde. Hier mehr dazu.

Kämpfe bis zur Waffenruhe

Rund um die strategisch wichtige Stadt Mariupol im Südosten der Ukraine ist bis zur Waffenruhe gekämpft worden. Auch in Donezk kam es zu Gefechten. Hier mehr dazu.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Was bisher gelaufen ist, erinnert stark an den Vietnamkrieg. Obwohl es nach der gescheiterten Tet-Offensive von 1968 offensichtlich war, dass der Vietkong den Kampf nicht mehr allein führen konnte und auf die Nordvietnamesen angewiesen war, leugnete die Regierung in Hanoi bis zum Januar 1973, als in Paris ein "Frieden" geschlossen wurde, dass in Südvietnam Truppen vom Norden standen. Danach war es zu spät, der Feind stand dann offiziell erlaubt im Land. Es gibt Parallelen zur Ukraine.
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  • Kommentar von P.Eigenmann, KT.ST.Gallen
    Guten Tag Herr Dreier.Krebser.und CO.ich finde es Abscheulich von Schweizern die so was schreiben warum sind sie so Böse auf den Westen Klar ist sicher nicht alles gut aber was aus Moskau kommt ist alles nur Lüge und nochmals Lüge haben sie schon von PUTIN und CO. mal die Wahrheit gehört ich nicht!! es war schon immer so und es bleibt auch so immer nur Lügen Lügen Lügen und Nochmals Lügen ich wünsche euch Freunde Von Putin ein schönes Wochenende.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie sagen es! Auffallend ist auch, dass viele von ihnen Sympathisanten oder sogar Mitglieder der SVP sind, was aufgrund anderer Kommentare in anderen Blogs leicht erkannt werden kann. Hass blendet bekanntlich, so auch der Hass auf die EU, die NATO und die USA. Bemerkenswert ist auch, dass vor kurzem ein sehr bekannter Zürcher SVP-Nationalrat im Fernsehen die Annexion der Krim befürwortet hat - nein, Leute, das war kein Fake. Ich befürchte, dass die Waffenruhe nicht lange anhält.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Die Ruhe vor dem grossen Sturm, oder einfach eine Verzögerungstaktik? Oder gar doch noch ein Weg zurück zum Frieden ? - Skeptisch bleiben dürfte nach wie vor angesagt sein. Optimisten dürften nach wie vor einen schweren Stand haben die Pessimisten liegen da wohl eher richtig mit der Einschätzung der Lage und der noch folgenden Ereignisse.
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