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International Waffenruhe für Aleppo verlängert

Längere Atempause für die geschundene syrische Provinz Aleppo. Die seit Donnerstag geltende Waffenruhe wird um 72 Stunden ausgeweitet. Eine entsprechende Vereinbarung mit den USA vermeldete das Verteidigungsministerium in Moskau. Auch die Feuerpause für die Küstenstadt Latakia wurde verlängert.

Häuserruinen und Sandsäcke in einer Stadt
Legende: Längere Atempause für Städte und Gemeinden in der umkämpften Provinz Aleppo. Reuters

Die Waffenruhe in der umkämpften syrischen Provinz Aleppo ist nach russischen Angaben um 72 Stunden verlängert worden.

Verschärfung der Situation entgegenwirken

Es gehe darum, eine weitere Verschärfung der Situation in dem Bürgerkriegsland nicht zuzulassen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Frist laufe von diesem Samstag um 00.01 Uhr an, hiess es.

Russland und die USA hatten sich zunächst auf eine erste Feuerpause in Aleppo für 48 Stunden geeinigt. Moskau ist ein enger Partner des Regimes in Damaskus. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurde auch eine Waffenruhe in Latakia um 72 Stunden verlängert.

UNO untersucht Angriff auf Flüchtlingscamp

Zuletzt hatte ein Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Nordwesten Syriens mit rund 30 Toten international scharfe Kritik und Entsetzen ausgelöst. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, kündigte eine Untersuchung an.

Beim Angriff auf das Flüchtlingslager Kammuna waren am Donnerstag nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen, darunter Kinder. Rettungskräfte vor Ort meldeten mehr als 30 Tote und 80 Verletzte. Die Zahl der Toten könne noch steigen, da es auch viele sehr schwer Verletzte gebe.

Im Internet wurden am Freitag Bilder verbreitet, auf denen Helfer versuchen, brennende Zelte zu löschen. Auch verkohlte Leichen waren zu sehen.

Unfall «extrem unwahrscheinlich»

Das Zeltlager stehe seit Wochen und sei aus der Luft gut sichtbar, sagte al-Hussein. Dass es sich beim Angriff um einen Unfall gehandelt habe, sei deswegen «extrem unwahrscheinlich». Im wahrscheinlichen Fall, dass sie absichtlich geführt worden seien, handle es sich um ein «Kriegsverbrechen», sagte al-Hussein. Die UNO würden hart daran arbeiten, den Luftangriff zu untersuchen. «Wir werden nichts unversucht lassen», um Beweise zu sammeln.

Zunächst gab es keine unabhängigen Erkenntnisse darüber, wer für den Luftangriff verantwortlich ist. Syriens Opposition machte das Regime für die Bombardierung verantwortlich.

Syriens Militär und sein Verbündeter Russland wiesen hingegen jeden Verantwortung für den Luftangriff zurück.

Russland beschuldigt Al-Nursra-Front

Russische Flugzeuge seien in der Region nicht unterwegs gewesen, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau. Er beschuldigte vielmehr die radikale Al-Nusra-Front, den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Rettungshelfer vor Ort hatten dagegen berichtet, Jets hätten zwei Angriffe geflogen. Sie verbreiteten dazu ein Video, auf dem deutlich ein Flugzeug zu hören ist.

Das Lager liegt in der Provinz Idlib, die bisher im Wesentlichen von Syriens Luftwaffe und ihrem engen Verbündeten Russland angegriffen wurde. Die US-geführte internationale Koalition ist normalerweise weiter im Osten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Einsatz. Syriens Opposition besitzt keine Luftwaffe.

Legende: Video Syrien: Dutzende Tote bei neuen Kämpfen abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 07.05.2016.

Dutzende Tote bei neuen Gefechten

Bei schweren Kämpfen in der Nähe von Aleppo zwischen Truppen der syrischen Regierung und Einheiten der Al-Nusra-Front sollen derweil in weniger als 24 Stunden mehr als 70 Personen getötet worden sein. Die Kämpfe sollen sich im strategisch wichtigen Ort Khan Toumane zugetragen haben.

Aus Aleppo selbst wurden am Freitag zunächst keine neuen Gefechte oder Luftangriffe gemeldet.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die medizinischen Belegschaft des al - Dabbit Spitals in Aleppo ( Maternity Hospital ), in welchem durch Rellenbeschuss mehrere schwangere Frauen getötet und dutzende Patienten verwundet wurden, haben sich vor dem teilweise zerstörten Spital zu einer Kundgebung versammelt und an die westlichen Medien appelliert die Lage in Aleppo wahrheitsgetreu wiederzugeben und nicht nur ein einseitig verzerrtes Bild zu vermitteln.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    In Ost - Ghouta hat die Jaysh Al - Islam von ihren einstigen Verbündeten Jabhat Al - Nusra Misraba zurückerobert; die syrische Armee ist beim Kampf um die Al-Sha’ar Gas - Felder gegen den IS unter Druck, ebenso in Deir ez - Zor wo eine Grossoffensive des IS gegen die syrischen Verteidiger im Gange ist. Für die unbelehrbaren Anhänger eines Regime - Change und die Machtergreifung der Dschihadisten in Syrien: in Libyen marschiert der IS momentan scheinbar unaufhaltbar auf Tripolis zu.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    CNN - Springer - Ringier - SRF; ob die Journalisten die Tragweite ihrer Syrien - Berichterstattung, welche sich einseitig für den neoliberalen Kolonialismus einsetzt und gegen den Pressekodex verstösst ( Propaganda statt Information ), sehr viel Leid verursacht ? Hilfsorganisationen und die Medien haben auch den Irak - Krieg vorbereitet, das traurige Ergebnis ist bekannt; die Medien sind eine Waffe geworden welche Menschen tötet; die zivilen Opfer auf der "falschen" Seite werden vergessen.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Ein treffender Kommentar. Viele grosse Pressekonzerne werden gezielt zur Diskreditierung eingesetzt. Ob das im Vorfeld einer wirtschaftlichen Übernahme passiert, für politische Kampagnen oder zur Vorbereitung von Kriegen und deren "sauberen" Abwicklung. Früher klärte die Presse Fehlentwicklungen und Lügen aller Art auf. Jetzt wird sie teilweise selbst zur mehr oder weniger subtilen Verzerrung missbraucht. Bedenklich.
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