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International Waffenruhe in Homs – ein wichtiger Sieg für das Regime

Syriens Machthaber Bashar al-Assad steht vor einem Triumph. Seine Truppen sind offenbar kurz davor, die Kontrolle über die Altstadt von Homs zurückzuerlangen. Mit der vereinbarten Waffenruhe sollen die dort eingekesselten Rebellen freies Geleit erhalten.

Bild der Zerstörung in Homs
Legende: Am Dienstag forderte ein Doppelanschlag in Homs bis zu 100 Tote. Die Al-Nusra-Front bekannte sich. Reuters

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs ist die Stadt Homs erbittert umkämpft. Es war die erste grosse Stadt, die die Aufständischen eroberten. Nun allerdings ist die Stadt geteilt. Die Rebellen, die sich in der völlig zerbombten Altstadt verschanzt haben, sind von Regierungstruppen umzingelt. Diese kontrollieren beziehungsweise unterbinden jede Zufuhr von Nahrung oder Medizin.

Rebellen seit Monaten ausgehungert

Wenn die Waffenruhe, die Rebellen und Regierungstruppen unterzeichnet haben, tatsächlich eingehalten wird, könnten mehrere hundert Kämpfer aus der Altstadt herauskommen und im selbst kontrollierten Norden Homs mit dem Lebensnotwendigen versorgen.

Sie wären die Letzten, die die Stadt verlassen. Bei der jüngsten, so genannten humanitären Waffenruhe im Februar durften nur Zivilisten aus Homs fliehen. Die Kämpfer blieben zunehmend ausgehungert und mit kaum noch Munition zurück.

Für Assad ein Sieg zur rechten Zeit

Zur Stunde gibt es noch keine Meldungen, ob die Waffenruhe eingehalten wird, und ob die Aufständischen wirklich abziehen. Sie haben aber fast keine andere Wahl, den ihre Chancen auf erfolgreiche Gegenwehr sind minim.

Mit dem bevostehenden Abzug der Rebellen zeichnet sich ein militärischer Triumph für Assad ab. Die drittgrösste syrische Stadt wäre damit vollends unter seiner Kontrolle. Nach jahrelangen Kämpfen und monatelangem Patt wäre das ein wichtiges Signal für den Diktator, der sich in vier Wochen erneut zum Präsidenten wählen lassen will.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Wann ist die "Rote Linie" in Syrien überschritten? Es muss nun eingegriffen werden. Zudem wäre der Moment für ein Eingreifen gerade günstig. V. Putin hat momentan viel zu tun mit der Ukraine. Und der Hafen Tartus, in dem lediglich ein paar alte Schiffe aus Sowjetzeiten daherrosten, wird Putin bestimmt keinen Konflikt neben dem der Ukraine wert sein. Die NATO sollte nun im Sinne von R2P (Responsibility to Protect) schlimmeres in Syrien verhindern.
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Eingreifen und was danach? Assad so beseitigen, wobei die islamistischen Rebellen keinen Deut besser sind als der Diktator. Auch die islamistischen Rebbeln haben die Rote Linie längst überschritten. Zudem gibt es bis heute keine Beweise dafür wer hier Giftgas eingesetzt hat. Die NATO hat hier nichts verloren, da Syrien kein Bündnispartner der NATO ist, der angegriffen wird.
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  • Kommentar von Gavrilo Princip, Zürich
    Eine gute Nachricht für den Frieden in Syrien. Diese Terroristen die Al Akbar schreien haben Syrien ins Chaos gestürzt. Hoffentlich ist bald Ruhe.
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    1. Antwort von christian strahm, aarau
      Erstens: Sie haben Allahu Akbar gerufen. Zweitens: Das rufen auch Bewohner eines Hauses, das gerade durch eine Bombe in Brand geraten ist. Während sie es löschen mahnen sie zur Eile. Allahu Akbar ist in diesem Fall ein Wort zur Ermahnung. In anderen Fällen kann es auch verwendet werden, um jemandes Schönheit hervorzuheben. Der Gebrauch von Allahu Akbar ist also sehr vielseitig und hat mitnichten mit einer religiösen Bekundung allein etwas zu tun.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Da werden auch schlagartig weitere, wichtige Truppen der Zentralregierung frei um die Streitkräfte umzugruppieren und weitere, verstärkte Angriffe zu führen. Ich gehe davon aus, dass es nur noch kurze Zeit dauert bis der ganze zentrale Teil Syriens unter der Gewalt der Regierung steht.
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