Waffenruhe in Syrien: Russland kritisiert USA

Die russische Armee wirft den USA vor, die Waffenstillstandsvereinbarung in Syrien nicht zu erfüllen. Die USA sollen demnach mehr Druck auf gemässigte Regimegegner ausüben, da diese ihre Angriffe auf Wohnviertel intensiviert hätten.

Bewaffnete Rebellen

Bildlegende: Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe ist am Montag in Kraft getreten. Keystone/symbolbild

Russland fordert von den USA, mehr Druck auf die gemässigten Regimegegner in Syrien auszuüben. Die USA müssten «die Gruppen der moderaten Opposition von den Terroristen trennen».

«Während die syrische Armee die Waffenruhe einhält, steigert die US-kontrollierte moderate Opposition ihre Zahl der Artillerieangriffe auf Wohnviertel», sagte General Igor Konaschenkow. Die USA erweckten den Eindruck, als wollten sie die Erfüllung ihres Teils der Vereinbarung verschleppen. Hingegen erfülle Russland von Beginn an seine Verpflichtungen. Nach russischen Angaben wurde der Waffenstillstand
insgesamt 45 Mal verletzt.

Waffenruhe verlängert

Moskau und Washington hatten nach langen Verhandlungen eine landesweite Feuerpause zwischen Rebellen und Regierungstruppen erwirkt, die am Montagabend für zunächst 48 Stunden in Kraft trat. Am Mittwochabend sprachen sich beide Länder für eine Verlängerung der Waffenruhe um weitere 48 Stunden aus.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die USA auf die von ihnen unterstützten Rebellen einwirken, sich von den Dschihadistengruppen Fatah-al-Scham-Front und Islamischer Staat (IS) zu distanzieren, die von der Waffenruhe ausgenommen sind. Mehrere Rebellenmilizen arbeiten eng mit der Fatah-al-Scham-Front zusammen.

Angriffe gegen IS

Derweil starben bei Luftangriffen auf IS-Gebiet im Osten Syriens nach Angaben von Aktivisten mindestens elf Zivilisten, darunter zwei Kinder. Mehr als 30 Menschen seien bei der Bombardierung der Stadt Al-Majadin verletzt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Es sei unklar, ob Flugzeuge der USA oder Russlands die Angriffe nahe der IS-Hochburg Dair as-Saur geflogen hätten, hiess es weiter. Das IS-Sprachrohr Amak sprach im Internet von 15 Toten und machte Moskaus Luftwaffe für die Bombardierung verantwortlich.