Zum Inhalt springen

International Wahlen im Iran: Triumph der Reformer stärkt Rohanis Kurs

In der iranischen Hauptstadt verbuchen die Reformisten und Moderaten voraussichtlich einen glasklaren Wahlsieg für sich. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen dürften sie im Parlament alle zu vergebenden Sitze gewinnen – und die Konservativen alle bisher gehaltenen Mandate abgeben müssen.

Legende: Video Wahlsieg der Reformer im Iran abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2016.

Bei der Parlamentswahl im Iran haben die Reformer und Moderaten um Präsident Hassan Rohani offenbar alle 30 Sitze der Hauptstadt Teheran geholt. Das Resultat bedeutet zum einen, dass sich die Rohani-treue Liste «Hoffnung» durchsetzt, zum anderen, dass insgesamt acht Teheranerinnen ins Parlament einziehen.

Legende: Video Einschätzungen von Pascal Weber abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2016.

Das Resultat kann als quasi-definitiv gelten, zumal unterdessen 2,6 Millionen Stimmen von den insgesamt 2,9 Millionen Stimmen ausgezählt sind, die iranische Stimmbürger im Wahlkreis Teheran abgegeben haben.

Wahl auch ein Referendum über Rohanis Politik

Sicherlich hätten die Reformkräfte von der enormen Hoffnung profitiert, die seit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zu spüren sei, sagt SRF-Korrespondent Pascal Weber. In den vergangenen Jahren hatte das von den Konservativen dominierte Parlament immer wieder Reformen blockiert oder – wie im Fall der Atomverhandlungen – Rohanis Politik zu hintertreiben versucht.

Das Wahlresultat dürfte Weber zur Folge haben, dass Rohani seinen bisherigen Kurs der sanften Reformen und der Öffnung des Landes künftig eher durchsetzen wird können. «Die Konservativen dürften zwar weiterhin die stärkste Einzelkraft im Parlament bleiben. Aber sie haben etliche ihrer stärksten und zugkräftigsten Köpfe verloren.»

Die vorläufigen Resultate aus Teheran

An der Spitze der Kandidatenliste stehen Mohammad Reza Aref und Ali Motahari, die 1,3 Millionen, respektive 1,1 Millionen Stimmen erhalten haben.

Der führende Konservative Gholamali Haddad Adel wird wohl seinen Sitz verlieren. Er befindet sich nach besagten Resultaten auf dem 31. Platz der Kandidatenliste. Bisher waren im 290-köpfigen iranischen Parlament sämtliche Teheraner Sitze von Konservativen besetzt gewesen.

In den anderen Landesteilen, in denen insgesamt 260 Parlamentssitze zu vergeben sind, verteilen sich die Stimmen gleichmässiger auf die Konservativen, das Rohani-Lager und die unabhängigen Kandidaten.

Expertenrat: Reformer siegen

Ex-Präsident Rafsandschani und Präsident Ruhani sind die Sieger bei der Wahl zum Expertenrat. Von den Hardlinern schafft es nur Ajatollah Ahmad Dschannati in den Rat. Der Expertenrat ist eines der wichtigsten religiösen Gremien. Die 88 Kleriker entscheiden über Ernennung und Abwahl des obersten Führers und damit des Staatsoberhaupts.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Larissa Möller (Larissa Möller)
    Richtig! Durch ihre Kriegspolitik verhindern die Grossmächte die eigene Entwicklung vieler Länder dieser Welt; insbesondere der Länder im Mittleren Osten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Es freut mich ausserordentlich, dass die Reformer und Moderaten um Präsident Hassan Ruhani gewinnen konnten. Hoffentlich geht der Iran weiter auf einem Weg zu Reformen IN FRIEDEN - hin zu mehr Mitsprache der Menschen. Hoffentlich lassen die Grossmächte dieser Welt ihre Kriegspolitik nicht in den Iran überschwappen, sondern seine eigenen Entscheidungen in Freiheit treffen. Hoffentlich!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen