Die wichtigsten Parteien

Bei den Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich stehen über 20 Parteien aus England, Schottland, Wales und Irland zur Wahl. Wir stellen die wichtigsten politischen Kräfte vor.

    • Ein Mann hält eine Rede mit erhobenem Zeigefinger

      Bildlegende: Premier und Parteichef der Konservativen: David Cameron Keystone

      Die «Tories»

      Die Conservative and Unionist Party ist mit 303 Abgeordneten die grösste Partei Grossbritanniens. Die Konservativen bilden derzeit zusammen mit den Liberalen Demokraten die Regierung unter Parteichef und Premierminister David Cameron. Gegründet 1834 als Tory Party, stellte die Mitte-Rechts-Partei im letzten Jahrhundert während insgesamt 57 Jahren die Regierungschefs – darunter historische Figuren wie Winston Churchill und Margaret Thatcher. Die Konservativen setzen im Wahlkampf unter dem Motto «Eine bessere Zukunft sicherstellen» auf wirtschaftlichen Aufschwung.

    • Ein Mann an einem Rednerpult, im Hintergrund ein Parteilogo

      Bildlegende: Labour-Chef und möglicher Nachfolger Camerons: Ed Miliband. Reuters

      Die Labour-Partei

      Zweitstärkste Kraft und historischer Rivale der «Tories» ist die Labour Party. Die Mitte-Links-Partei war letztmals von 1997 bis 2010 an der Macht. Labour-Chef Ed Miliband ist der mögliche Nachfolger David Camerons für das Amt des Premierministers. Mit der Neuausrichtung als «New Labour» seit den Neunzigerjahren verfolgt die Partei einen sozialdemokratischen Kurs mit einer liberalen Wirtschaftspolitik.

    • Ein Mann im Anzug

      Bildlegende: Nick Clegg ist der Chef der drittgrössten Partei in Grossbritannien: die Liberalen Demokraten. Reuters

      Die Liberalen Demokraten

      Koalitionspartner der konservativen Regierung sind die Liberal Democrats, die drittgrösste Partei im Vereinigten Königreich. Sie verfügt seit den letzten Parlamentswahlen über 57 Sitze im Unterhaus. Besonders gut scheint der ehemaligen Protestpartei der Regierungsbeteiligung aber nicht zu bekommen. Die Umfragen sagen ihr massive Verluste voraus.

    • Eine Frau an einem Rednerpult

      Bildlegende: Nicola Sturgeon ist die neue Chefin der Scotish National Party. Reuters

      SNP: Die schottischen Nationalisten

      Seit dem gescheiterten Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands im letzten Jahr ist die Scottish National Party (SNP) im Aufwind. Zusammen mit Plaid Cymru, der «Walisischen Partei», bildet sie die viertgrösste politische Fraktion im britischen Parlament. Die sozialdemokratische SNP hat die Unabhängigkeit Schottlands zum Ziel.

    • Ein Mann hebt ein Glas Bier

      Bildlegende: An der Spitze der rechtspopulistischen Ukip: Nigel Farage. Reuters

      UKIP: Die Populisten

      Am meisten Aufmerksamkeit auf dem europäischen Festland hat Nigel Farages United Kingdom Independence Party (UKIP) erhalten. Die EU-feindliche, rechtspopulistische Partei hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Von einer unbedeutenden Kleinpartei stieg UKIP mit einem Drittel der Wählerstimmen 2013 zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft auf. Im Unterhaus hat sie wegen der Mehrheitswahlrechts nur zwei Sitze – mit 24 Sitzen im Europaparlament ist sie aber die grösste britische Partei in diesem Gremium.

    • Ein Mann verzieht das Gesicht, im Hintergrund ein Parteilogo

      Bildlegende: Führt die irische Democratic Unionist Party in Nordirland: Peter Robinson Reuters

      DUP: Die nordirischen Unionisten

      Viertgrösste Partei nach Sitzen ist derzeit die Democratic Unionist Party (DUP) aus dem Norden Irlands. Die radikal-konservativen Anhänger der britischen Krone bilden im nordirischen Parlament die stärkste Kraft, vor dem direkten Konkurrenten Sinn Féin. Die Unionisten sind stark mit dem evangelikalen Protestantismus verbunden.

    • Ein Mann im Anzug vor einem grünen Plakat

      Bildlegende: Gerry Adams ist der Vorsitzende der irischen Partei Sinn Fein. Keystone

      Sinn Féin: Die «Absentionisten»

      Die irische Sinn-Féin-Partei hat im Unterhaus derzeit fünf Sitze – die aber leer bleiben. Die Verfechter einer unabhängigen, vereinten irischen Republik bleiben dem Parlament fern, weil sie den Treueschwur auf die englische Krone ablehnen. Die mehrheitlich katholische Sinn Féin geriet wegen mutmasslicher Verbindungen zur Terrororganisation Irish Republican Army (IRA) wiederholt in die Schlagzeilen.