Ein Job, den keiner machen will

Wer regiert künftig in Italien? Antworten auf diese Frage sucht Staatspräsident Giorgio Napolitano. Er hat mit den Konsultationen begonnen. Vorerst spricht er mit den kleinen Parteien.

Pier Luigi Napolitano spricht an einer Besprechung mit Napolitano im Quirinalspalast.

Bildlegende: Der Spitzenkandidat des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani – er soll vermutlich das Minderheitskabinetts bilden. Reuters

Vor fast vier Wochen wählten die Italiener ein neues Parlament. Das Ergebnis: Linke und Rechte errangen fast gleich viele Sitze. Entsprechend schwierig wird die Regierungsbildung.

Es wird erwartet, dass der Staatspräsident dem Spitzenkandidaten des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, diesen Auftrag erteilt.

Die Linke bildet die stärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus, braucht aber zum Regieren im Senat einen Bündnispartner. Bersani will nicht mit dem konservativen Silvio Berlusconi zusammengehen.

30 Prozent weniger Lohn

Beppe Grillos bei den Wahlen erfolgreiche Protestbewegung «Fünf Sterne» hatte das Angebot Bersanis abgelehnt, zusammen zu arbeiten.

Inzwischen haben die beiden gewählten Parlamentspräsidenten Laura Boldrini und Piero Grasso eine überraschende Neuerung angekündigt: Sie kürzen sich ihr Gehalt um 30 Prozent.

Ausserdem werden sie auf die Wohnungen verzichten, die ihnen als Parlamentspräsidenten zustehen. Der Beschluss wurde bei der ersten Sitzung der Chefs der im Parlament vertretenen Fraktionen angekündigt. Die beiden Parlamentspräsidenten wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Ziel sei, bis zu 50 Prozent der Kosten einzusparen.