Grillo: Italiener sollen über Euro abstimmen

Der italienische Populist gibt seiner politischen Konkurrenz noch ein halbes Jahr. Dann breche das System zusammen. Er will eine Abstimmung über den Verbleib im Euro-Raum – aber ganz anders als bisher.

Grillo.

Bildlegende: Grillo kündigt den Kollaps an. Keystone

Eine Woche nach den Wahlen ist in Italien noch keine Regierung in Sicht, nachdem die Parteien mehrere Koalitionsoptionen ausgeschlossen haben. Der Populist Beppe Grillo mit seiner Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) sieht das Land gar auf einen Kollaps des politischen Systems zusteuern.

«Parteien bluffen nur»

«Ich gebe den alten Parteien noch sechs Monate – und dann ist hier Schluss», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Focus». «Dann können sie die Renten nicht mehr zahlen. Und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr.»

Die Altparteien wollten keine ernsthaften Reformen. «Sie bluffen nur, um Zeit zu gewinnen.» Grillo kündigte an, im Internet über Italiens Verbleib in der Euro-Zone abstimmen lassen zu wollen.

Staatschef Napolitano wird voraussichtlich in der zweiten Märzhälfte die Parteien vor einem Auftrag zur Regierungsbildung konsultieren. Das Parlament kommt Mitte März zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Video «Grillo hat genug von der Parteienlandschaft» abspielen

Grillo hat genug von der Parteienlandschaft

0:22 min, vom 3.3.2013