Italiens Universitäten sind ausgeblutet

Unter dem früheren Regierungschef Silivio Berlusconi ist die Zahl der Professoren und Studierenden dramatisch gesunken. Im Wahlkampf wird das desolate Bildungswesen aber totgeschwiegen.

An italienischen Universitäten waren unter der Regierung von Silvio Berlusconi 22 Prozent der Professorenstellen gestrichen worden. Grund waren Kürzungen des Budgets.

Das Image der italienischen Universitäten hat sich zusehends verschlechtert. Das zeigt sich auch an der Zahl der Studierenden: Heute besuchen 60‘000 weniger Jugendliche eine Hochschule.

Diese Entwicklung steht in scharfem Kontrast zum Trend in den meisten anderen europäischen Ländern. Sie investieren immer mehr in ihr Bildungswesen, denn nur eine gut ausgebildete Bevölkerung bringt Wirtschaftswachstum. In Italien ist diese Botschaft noch nicht angekommen.

Kein Thema im Wahlkampf

Im Wahlkampf ist das ausgeblutete Bildungswesen bei keinem Spitzenkandidaten Thema, selbst beim wirtschaftsnahen Mario Monti nicht. Wegen der Wirtschaftskrise haben immer weniger Eltern genügend Geld, um ein Studium zu finanzieren.

Viele Junge glauben nicht mehr, dass ihnen ein Hochschulabschluss Berufschancen eröffnet. In Italien arbeiten fast 4 Millionen Menschen zu miserablen Löhnen. Die meisten sind jung und viele von ihnen gut ausgebildet. Jedes Jahr wandern 50‘000 Italiener aus - meistens Spezialistinnen und Experten. (nab)