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Italiens neue Regierung Monti stellt seine «Agenda» für Italien vor

Mario Monti hat auch nach seinem Rücktritt Ambitionen. Der 69jährige wirbt bei den Italienern für noch mehr Reformen – und damit für eine weitere Amtszeit als Ministerpräsident.

Porträt Mario Monti.
Legende: Die Uhr tickt: Mario Monti schwört die Italiener auf weitere tiefgreifende Reformen ein. keystone

Mario Montis Programm findet sich im Internet unter dem Titel «Agenda Monti». Der frühere EU-Kommissar schlägt darin einen Mix aus Massnahmen zur Haushaltssanierung sowie Strukturreformen vor. Es ist ein Aufruf an die Italiener über die Zukunft des hoch verschuldeten Landes nachzudenken.

Die neue Monti-Agenda ist eine Fortsetzung der bisherigen Politik des 69jährigen unter dem Motto «Italien verändern, Europa reformieren».

Monti wegen Reformen eher unbeliebt

Derzeit gilt es als unrealistisch, dass Monti erneut den Posten des Regierungschefs erhalten wird. Dennoch könnte sein Wirtschaftsprogramm die Agenda der nächsten Regierung mitprägen.

In Umfragen schneidet der 69jährige wegen seiner Reformen derzeit eher schlecht ab. Ganz im Gegensatz zur sozialdemokratisch orientierten Demokratischen Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani.

Monti ist seit seinem Rücktritt am Freitag nur noch geschäftsführend im Amt. Er war wenige Monate vor Ablauf seiner Amtszeit zurückgetreten, nachdem die konservative Partei von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi seiner Regierung parteiloser Experten die Unterstützung entzogen hatte.

4 Kommentare

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  • Kommentar von franz schleiniger, montecatini/italien
    Die Agenda Montis ist sicher eine Agenda, welche eine künftige Regierung so auch geschrieben hätte. Leider hat Monti in diesem Jahr von seiner eigenen Agenda wenig umgesetzt. Monti ist 69, auch für ihn Zeit in Pension zu gehen. Wieso soll die Politik, die Justiz, die Universitäten, vorwiegend von Alten dominiert sein? In Italien ist die Führungsebene völlig überaltert. Monti ist unbeliebt, wegen seiner Kälte, Distanz zum Volk und seiner Weltfremden art etwas zu erklären. Er ist ein Ego...
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Mich wundert warum sie immer über den Monti schimpfen. Schuld an der desolaten Lage sind in erster Linie seine Vorgänger, allen voran der Berlusconi. Wahrscheinlich liegt es an eurer Demokratie, warum immer Leute mit vornehmlich Selbstinteressen bei euch an die Macht kommen.
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    2. Antwort von franz schleiniger, montecatini/italien
      @Planta.Chur/ Das Demokratieverständnis in Italien ist bescheiden. Dem Volk steht nur zu die Parteien zu wählen. Die Parteien stellen dann die Volksvertreter. Initiativrecht gibt es nicht. Referendumsrecht ist nur konsultativ, das heisst für die Regierung nicht bindend!! Das ist keine Demokratie. Monti lehne ich ab, weil er nur die Interessen der EU vertritt und im Land nur an die Banken denkt. Was Italien braucht sind Reformen, Reformen, auch da hat er nichts gemacht. (Adm./Justiz/ Markt/usw...
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    3. Antwort von A. Planta, Chur
      @franz schleiniger Die Parlamentarischen Demokratien sind mir bekannt. Aber man sollte die heutige Situation und deren Entwicklung gesamtheitlich sehen: Das letzte Jahrhundert war geprägt durch menschenfeindliche Ideologien, das jetztige ist geprägt durch Globalisierung und Liberalisierung, d.h. der schnöde Mamon regiert die Welt. In Italien kommen zusätzlich noch der Berlusconi und die Mafia hinzu.
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