Riesige Schulden und kein Konzept: Italiens Bonität sinkt

Nach dem unklaren Wahlausgang in Italien hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit «BBB+» bewertet. Italien nähert sich damit dem «Ramschniveau».

Neapel, Anlage nach Brand

Bildlegende: In Italien stimmt das Bild weder vor noch hinter den Kulissen. Keystone

Vor den Wahlen war Italien noch mit «A-» bewertet worden. Nun droht Fitch der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Die aktuelle Note liegt noch drei Stufen über dem sogenannten «Ramschniveau».

Schulden bei 130 % des BIP

Es ist die erste Abwertung der Bonität seit den Parlamentswahlen. Unmittelbar nach dem Urnengang hatte auch die Ratingagentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht. Eine Lösung in Rom ist bislang nicht in Sicht. Es drohen Neuwahlen.

Die Rezession in Italien sei bereits eine der schwersten in Europa, schreibt Fitch. Der unerwartete Rückgang der Beschäftigung als auch anhaltend schwache Konjunkturindiktoren sprächen für ein gestiegenes Risiko einer noch schärferen und länger andauernden Rezession. Laut Fitch dürfte die italienische Wirtschaft im Jahr 2013 um 1,8 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2012 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 2,4 Prozent gefallen.

Fitch erwartet bei der Fortführung der aktuellen Finanzpolitik, dass der Schuldenstand im Jahr 2013 mit 130 Prozent des BIP seinen Höhepunkt erreichen werde. Bisher hatte Fitch lediglich mit einem Höchstwert von 125 Prozent des BIP im Jahr 2012 gerechnet.

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Brüssel reibt sich die Augen

1:54 min, aus Tagesschau vom 26.2.2013